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Gelesen im Literaturkreis: „Der zerrissene April“ von Ismail Kadare

Ein verstörendes Buch, das uns sehr nachgegangen ist. Die Handlung spielt im Gebirge Nordalbaniens und es geht um Blutrache. Gjorgj Berisha, ein junger Mann ermordet einen anderen, um den Tod seines Bruders zu rächen. Von diesem Tag an hat Gjorgj selbst nur noch 30 Tage. Dann wird die Familie, deren Mitglied er getötet hat, ihn töten. So geht das zwischen den beiden Familien bereits seit 70 Jahren. Auf dem Dorffriedhof liegen von jeder Familie 40 Tote, die durch die Blutrache gestorben sind.

Eine Alternative zu dieser Blutrache besteht nur darin, dass der Mörder in den sogenannten Blutturm geht, den er aber zeitlebens nicht mehr verlassen darf. Das wird Gjorgj nicht tun. Er wird am Ende des Buches sterben. Es wird also der letzte Monat seines Lebens sein, der in dem Buch thematisiert wird.

 

Basis des Buches ist der Kanun, eine aus dem Mittelalter stammende, zunächst mündlich überlieferte Sammlung von Regeln und Verhaltensweisen, bei denen die Ehre der zentrale Begriff ist. Obwohl die Blutrache längst verboten ist, wird sie in Albanien bis heute praktiziert, vor allem in den abgelegenen Gebirgsdörfern.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

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Nächster Literaturkreis am 12.9.2016

Der nächste Literaturkreis findet am 12.9.2016 um 18 Uhr statt.

Wir lesen „Der zerrissene April“ von Ismail Kadare

Titel: Der zerrissene April
Autoren/Herausgeber: Ismail Kadare
Übersetzer: Joachim Röhm
Ausgabe: 6. Auflage
ISBN/EAN: 9783596157617
Originalsprache: Albanisch

Kurzbeschreibung
Zwei Familien hoch oben in den albanischen Bergen sind seit Jahren miteinander im Blut. Auf dem Friedhof sind je vierzig Opfer bestattet. Jetzt ist Gjorg Berisha an der Reihe zu morden. Nach der Tat bleiben ihm nur 30 Tage Frist, bevor auch er umgebracht wird. »Der zerrissene April« ist ein Roman von archaischer Wucht.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis