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Gelesen im Literaturkreis: „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“ von Imre Kertesz

Wie unter Zwang kreisen die Gedanken und Aussagen eines erwachsenen jüdischen Mannes immer um die gleichen Themen: Internat, Konzentrationslager und Ehe. Bei allen dreien geht es um Macht und Autorität.

Aus mehreren Gründen ist das Buch nicht leicht zu lesen: Der Erzähler kommt vom Hölzchen auf Stöckchen; jeder Gedanke zieht eine neue Erzählung nach sich. Hinzu kommen lange Sätze, die nicht aufzuhören scheinen oder mittendrin abbrechen. Außerdem bleibt der Leser als Beobachter außen vor. Er kann (und soll?) sich nicht mit dem Erzähler identifizieren. Es kommt einem so vor, als ob der Erzähler alles beim Leser ablädt.

Wir haben uns schwer mit diesem Buch getan. Ausgewählt hatten wir es aus Anlass des Todes von Imre Kertesz im März dieses Jahres.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis