Archiv der Kategorie: Tod

Chuck Palahniuk – Lullaby

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Carl Streator ist Reporter einer großstädtischen Zeitung. Die Journalistenschule hat er mit einer vier in Ethik abgeschlossen. Ebenso einen perfekten Blick für noch so kleine Details. Streator bekommt von seinem  Redakteur Duncan den Auftrag einen fünfteilige Serie für die Sonntagsauflage zu schreiben. Thema: Plötzlicher Kindstod. Als ihm an den Unglücksorten immer wieder das Buch „Gedichte und Lieder aus aller Welt“ auffällt, glaubt Streator auf ein Muster gestoßen zu sein. Zumal in allen Fällen als Letztes die Seite 27 aufgeschlagen war. Das Merzlied, ein afrikanisches Wiegenlied, für Sterbende, Verwundete und Leidende. Streator macht mit Duncan ein Experiment, er ließt ihm das Merzlied vor. Danach taucht Duncan nicht mehr in der Redaktion auf, wird vermisst. Während Streator sich eine Welt ohne Geräusche, Medien und mit Million von Toten vorstellt, überlegt er, was zu tun ist, um die Ausbreitung des Merzliedes zu stoppen.

Mit „Lullaby“ liefert Chuck Palahniuk einen perfiden kleinen Thriller ab, der sich durch die kurzen Kapitel sehr flüssig lesen lässt. Einziges Manko ist Streators Blick für die Details. Kaum ein Kapitel in dem nicht ein zwei Absätze nur aus Firmennamen, getragener Kleidung, Aussehen oder Personenbeschreibung besteht. Dieser Nachteil wird allerdings durch die Hauptthematik mehr als wett gemacht. Die Macht über Leben und Tod. Wie verhält man sich, wenn man den Schlüssel in Händen hält, um unentdeckt und ohne Spüren zu Töten? Bekommt man einen Gottkomplex? Wie sieht es aus, wenn man neben der Macht über Leben und Tod noch mehr in Aussicht gestellt bekommt? Will man noch mehr? Oder kann man Mensch bleiben?

von A. Helling

Neben „Lullaby“ gibt es von Chuck Palahniuk in der Stadtbücherei Soest noch „Fight Club“.

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Gantz – Spiel um dein Leben & Gantz – Die ultimative Antwort

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Ein Mann fällt in der U-Bahn  auf die Schienen. Kato springt selbstlos hinterher. Da er es alleine nicht schafft dem Mann zu helfen bittet er die Umstehenden um Hilfe. Er entdeckt seinen ehemaligen Schulkameraden Kei, den Kato überreden kann. Doch sie schaffen es nicht und werden vom Zug erfasst. Anstatt zu sterben finden sich die zwei in einer Gruppe von anderen Menschen, in einer abgeschlossenen Wohnung. An der Wand steht eine große schwarze Kugel. Während die Gruppe berät wo sie sind und wie sie alle gestorben sind wird von der Kugel eine nackte Frau materialisiert. Von der Kugel bekommen sie Aufträge, Kleidung und Waffen. Nach dem Tot von Kato und einem abgebrochenem Selbstmord will Kei mit aller Macht die 100 Punkte erspielen.

Die zurückgezogen lebende Schauspielerin Yutsuriko Aikawa bekommt via Post eine Miniaturausgabe von Gantz. Damit erhält sie den Auftrag vier Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Dadurch soll sie Schlüssel zum Raum bekommen und Gantz neue Spieler. Die vierte Person ist Tae Kojima – die Freundin von Kei, der beinahe die 100 Punkte erreicht hat. Auf der anderen Seite interessieren sich ein Privatermittler und eine Untergrundgruppe für die Leute und Geschehnisse um Gantz. Plötzlich taucht Kato in der realen Welt auf, wirkt aber verändert. Außerdem ist er noch auf der Totenliste abgebildet. Die Welt von Gantz verändert sich. Nichts ist wie zuvor. Was wird passieren?

Zwiebelaliens. Explodierende Körper. Räume voller Blut. Ein Mann in einer Kugel. Futuristische Waffen und Kampfanzüge. Aber auch tiefe Gefühle wie Liebe und Freundschaft. Psychedelischer Sci-Fi-Horror vom Feinsten. Mit innovativen Ideen gelingt es den Manga/Anime in ein packendes Spektakel umzuarbeiten.

von A. Helling

Geständnisse – Cofessions

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Eine Lehrerin tritt vor ihre Klasse und erzählt ihnen die Geschichte ihrer vierjährigen Tochter Manami. Die Geschichte ihres Todes. Eines Unfalltodes, da sie in einem Schwimmbecken ertrank. Die Lehrerin ist aber der festen Überzeugung, dass es Mord war. Und dass es ein Schüler ihrer Klasse war. Sie gibt aber die Namen nicht Preis, sondern nur, dass es zwei Täter waren. Sie gesteht den Schülern, sie habe in der Milch der beiden Täter HIV infiziertes Blut beigemischt. Die Klasse scheint zu wissen, wer die Täter sind. Damit beginnt aber erst der Nervenkitzel.

Der größtenteils monologisch aufgebaute Film geht auf die Psyche. Gegenseitige Beschuldigungen. Mobbing in der Klasse. Gemeinsames Verschweigen vor dem neuen Lehrer. Massenpanik. Aufgesetzte Freundlichkeit. Ein Junge der zum Hikikomori wird, sich nicht mehr aus dem Haus dann bald nicht mehr aus dem Zimmer wagt. Die Bildersprache des Films ist sehr düster. Die rar gesäten Farbpunkte in Form von Handydisplays, bunten Haar- und Armbändern oder dem glänzenden Blut an Händen, Kleidern und Wänden wirken eher surreal und lassen die Szenen noch düsterer Wirken. Psychologisches Hin und Her bis zur letzten Minute.

von A. Helling