Archiv der Kategorie: Liebe

Remembering Jane Austen

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein alleinstehender
Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer
Frau bedarf.“

So beginnt eines der bekanntesten Bücher der Literaturgeschichte und ganz nebenbei eines meiner Lieblingsbücher: „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen.

Die Autorin starb heute vor 200 Jahren, ihre Werke allerdings gehören zu den großen Klassikern der englischen Literatur.

Sie nahm ihre Geschichten aus ihrem täglichen Umfeld, beschreibt die Lebenswege von jungen Frauen im England des frühen 19. Jahrhunderts und ihrer Suche nach Liebe und Glück. Obwohl man heute gerne ihre Bücher und die darauf basierenden Filme als Liebesgeschichten sieht, waren es zum Teil sehr böse Gesellschaftssatiren. Jane Austen karikiert ihre Mitmenschen und deren Lebensumstände mit spitzer Zunge.
Man denke nur an den Pfarrer Mr. Collins aus „Stolz und Vorurteil“, der in der BBC-Verfilmung mit Colin Firth aus dem Jahr 1995 so genial von David Bamber gespielt wird.

Leider weiß man heute wenig über die Person Jane Austen, die mit gerade einmal 41 Jahren verstarb, da ein großer Teil ihres Briefnachlasses kurz nach ihrem Tod vernichtet wurde.

Wer aber ein bisschen im England der Regency-Ära schwelgen möchte, sollte sich einmal bei uns umschauen:

Medien zu Jane Austen im Katalog der Stadtbücherei

 

Happy Valentine!

Heute feiern wir Valentinstag!

Zu dem Thema gibt es natürlich auch einen literarischen Spaziergang, heute Abend.

Aber woher kommt das Ganze überhaupt?
Vermutlich geht der Brauch zurück auf einen katholischen Heiligen, Valentin von Rom, der trotz des Verbots des römischen Kaisers Paare nach christlichem Ritus getraut hat, kann man da im Internet nachlesen.
Oder auch, dass im antiken Rom am 14.2. der Göttin Juno gedacht wurde, der Schutzgöttin von Ehe und Familie.

Aber ob wir diesen Tag nun feiern oder nicht, ob wir uns Geschenke machen, Essen gehen oder gemütlich zu Hause bleiben, sehr viel Spaß gemacht hat mir heute Morgen das Google Doodle mit dem kleinen Schuppentier, dass Kakaobohnen sammeln muss, um seiner Liebsten einen Schokokuchen zu backen.

valentinstag

Und wirklich lustig fand ich auch den Artikel „Küsst euch doch alleine“ in der „Zeit“ von Karin Ceballos Betancur:

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In diesem Sinne:

Let’s make love great again!

Mathias Malzieu

Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens

Es ist der 16. April 1874 in Edinburgh, der kälteste Tag aller Zeiten. Es ist so kalt, dass Flüsse gefrieren, Katzen an Regenrinnen festkleben und Springbrunnen sich in glitzernde Blumensträuße verwandeln. An diesem verschneiten Tag treibt es eine junge schwangere Frau zu Doktor Madeleine, Hebamme für Huren, verlassene Frauen und solche die zu jung oder untreu waren. Nebenbei repariert sie Menschen – mit mechanischen Teilen. Die junge Frau bringt einen kleinen Jungen zur Welt, dessen Herz wegen der Kälte gefroren ist. Unter der Aufsicht einer bebrillten Katze spannt Doktor Madeleine den Jungen in einen Schraubstock. Nachdem sie ein Uhrwerk ausgesucht hat, wird es an des Kindes Herz montiert. Er überlebt, bleibt bei Madeleine und erhält den Namen Jack. Mit zehn Jahren darf Jack zum ersten Mal mit in die Stadt, in welcher er sich auch direkt verliebt. In eine kleine tollpatschige Tänzerin. Sein Herz übersteht es nur knapp. Nach Jahren erfährt Jack, wo sich seine Tänzerin befindet. Nach einem blutigen Zwischenfall macht er sich auf die Suche nach ihr.

Eine wundervolle Geschichte über die erste Liebe, die scheinbar nichts trennen kann. Darüber, welche heftigen Gefühle sie auslösen kann und was man für sie alles auf sich nimmt. Gespickt mit schwarzem Humor und den Hauptfarben schwarz und rot, den verzaubertet anmutenden Bildern wirkt „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu wie ein Film von Tim Burton in Worten. Auch wenn die Handlung Ende des 19. Jahrhunderts spielt hat man – durch die gezogenen Vergleiche und die Art, wie die Charaktere manchmal miteinander sprechen – das Gefühl sie spiele heute. Dies fällt aber durch die skurrilen liebenswürdigen Gestalten gar nicht auf. Ebenso vergisst man recht schnell, dass die Hauptprotagonisten gerade mal 14, 15 Jahre alt sind. Einfach verzaubern lassen.

von A. Helling

Guido Stoye & Tina Schönfelder – BibLibido: Eine Liebeserklärung für Bibliothekare

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Vorspiel – eine Stellungnahme. Paarungskonstellationen: Bibliothekare – Interne Märkte; Handwerker – rostige Herzen; Informatiker – Blue Screen Lovers; Wissenschaftler – Grenzwerterfahrungen; Sportler – Extreme Leidenschaften; Verleger und Museologen – Stillstand für alle. Das dritte Interesse: Die Freihandtheke; Der Frauenruheraum; Das Verschlussmagazin; Der Standortkatalog; Öffentlichkeitsarbeit für Bibliothekare. Der Bibliothekskongress: Die totale Lust; And the winner is.

Mit viel Humor – vor allem tiefschwarzen – wird das Liebesleben weiblicher, wie männlicher Bibliothekare unter die Lupe genommen. Stellenweise hat man das Gefühl einer Dokumentation über Paarungsverhalten beizuwohnen. Im zweiten Teil des Buches enthüllen Guido Stoye und Tina Schönfelder erschreckende Geheimnisse in und um Bibliotheken und deren Mitarbeiter: organisierte Orgien im Frauenruheraum, ein Folterkeller namens „Verschlussmagazin“, neue Konzepte der Öffentlichkeitsarbeit oder die Wahrheit über den Bibliothekskongress. Abgerundet wird das Buch durch Illustrationen von Alexander Süß. Am Ende bleibt eine Frage allerdings offen: Enthält das vorliegende Werk überspitzte Wahrheiten oder Erweiterungen der Legenden und Mythen aus der Welt der Bibliothekare?

von A. Helling

Gelesen im Literaturkreis: „Alex Capus: Leon und Louise“

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Leon und Louise lernen sich im 1. Weltkrieg kennen und lieben, werden jedoch bei einem Bombenangriff getrennt. Jeder glaubt, dass der andere tot ist. Erst elf Jahre später sieht Leon Louise zufällig in der Metro wieder. Da ist er längst verheiratet und Vater eines Sohnes. Seine Frau Yvonne ist es, die darauf besteht, dass er sich mit Louise trifft, weil sie nicht ein Leben lang mit einem Phantom leben möchte. So kommt es zu einer Menage a Trois, bei der Louise über weite Strecken aber abwesend ist. Durch Briefe bleibt sie aber trotzdem präsent. Es ist eine Liebe, die erst mit dem Tod von Leon endet.

Das Buch liest sich leicht und schnell als nette Geschichte. Doch als ich es zu Ende gelesen hatte und darüber nachdachte, fand ich, dass vor allem die Figur von Louise seltsam flach bleibt. Über sie hätte ich gern mehr gewusst. Einzig die Beschreibung der jungen Frau in die Leon sich verliebt, ist so plastisch, dass ich sie förmlich vor mir sehe. Auch die anderen Figuren bleiben distanziert. Vielleicht liegt es daran, dass in dem Buch nur selten Emotionen vorkommen. Da ist niemand traurig oder froh; nur selten kommen Gefühle auf. Es wird fast protokollarisch erzählt. So fehlen z.B. bei den Dialogen Zwischentexte, das Ganze macht eher den Eindruck eines Drehbuches.

Aufhellend dazu ist eine Sendung des Schweizer Radio DRS. Dort sagte Alex Capus, dass er die Geschichte erzählt, aber der Leser sich die Gedanken machen muss. Und er zeigt das Ziel auf, das er mit dem Buch hatte: Er wollte drei Personen zeigen, die es über ihr ganzes Leben hinweg schaffen, in Anstand und Würde Haltung zu bewahren. Das ist ihm gelungen.

Capus, Alex:
Léon und Louise
München: dtv, 2012
314 S.
978-3-423-14128-4

Elisabeth Dietz

Babys

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Ponijao wird in der Nähe von Opuwo, Namibia geboren. In Tokio, Japan erblickt die kleine Mari das Licht der Welt. Bayar wächst in der Weite der Steppen von Bayandchandmani, Mongolei auf. In San Francisco, USA lebt die kleine Hatti. Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Kulturen, doch Babys sind doch überall gleich.

Mit schönen, intimen, traurigen und lustigen Bildern wird der Alltag der Eltern und der Babys vor und nach der Schwangerschaft, bis hin zum Kleinkindalter gezeigt. Ein Film zum Schmunzeln. Der aber auch zeigt, dass wir doch alle nicht so verschieden sind.

von A. Helling