Archiv der Kategorie: Krimi -Thriller

Travis Delaney – Was geschah um 16:08?

Neulich las ich das Buch „Travis Delaney – Was geschah um 16:08?“ von Kevin Brooks.

Es handelt von dem dreizehnjährigen Travis Delaney, dessen Eltern bei einem Autounfall umkamen. Noch am trauern beginnt er mit Nachforschungen zu dem Unfall, erste Zweifel bekommt er auf der Beerdigung seiner Eltern, wo ein Unbekannter mit einer versteckten Kamera filmte. Denn das merkwürdige an dem Unfall ist, dass es strahlender Sonnenschein war, die Straße gerade, das Auto in gutem Zustand. Schon nach kurzer Zeit erfährt er von einem 20-jährigen Pakistani, der von Terroristen ausgebildet wurde und für den MI6 als Doppel-Agent arbeitete…

Die Geschichte wirkt glaubwürdig, die Charaktere wirken wie echte Menschen, nicht wie erdacht. Alles in allem ein gut geschriebenes Jugendbuch, welches ich gut jedem empfehlen kann, der gerne Krimis liest, die in England spielen. Im Dezember 2015 erscheint das nachfolgende Buch: Travis Delaney – Ein Netz aus Lügen“, welches ich auch zeitnah lesen und rezensieren werde.

Flavia de Luce

Hallo,

heute möchte ich euch mal die Bücher über Flavia de Luce näherbringen.

Flavia de Luce ist ein 11-jähriges Mädchen. Die lebt um das Jahr 1950 auf Buckshaw, dem Familienbesitz der Familie, mit ihren beiden Schwestern und ihrem Vater. Buckshaw liegt nah bei Bishop’s Lacey, einem kleinen Ort im Süden Englands. Flavia’s Mutter ist kurz nach Flavia’s Geburt beim Bergsteigen umgekommen. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Auf Buckshaw gibt es die Bediensteten Dogger, der Gärtner (und noch mehr)  und die Haushälterin Mrs. Mullet, deren Kochkünste nicht von jedem geschätzt werden. Buckshaw ist im georgianischen Stil gebaut und wurde nachträglich um einen West- und Ostflügel erweitert, in letzterem ist Flavia’s Reich, ein gut ausgestattetet eingerichtetes Laboratorium, das einst Tarquin de Luce, gehörte. Flavia ist trotz ihrem Alters eine versiert und begabte Chemikerin und ihre Leidenschaft sind Gifte aller Art. Das ist besonders nützlich für ihre Rachefeldzüge gegen die ungeliebten Schwestern und insbesondere bei der Aufklärung der Mordfälle, in die Flavia oft ungewollt verwickelt wird.

Ausgestattet mit viel gesundem Selbstwusstsein geht Flavia mit kindlicher Neugier, aber auch entschlossen an die einzelnen Fälle heran, die sie immer mal wieder in lebensbedrohliche Situationen führen. Bei den Aufklärungen ist sie oft der Polizei einen Schritt voraus und liefert auch schon mal einen kopletten Fall fertig gelöst ab. Zwar findet der Inspektor Flavia’s Alleingänge nicht gut, doch sind ihre Recherchen oft von entscheidendem Nutzen. Mit der Frau des Inspektors, Frau Antigone, verbindet Flavia eine herzliche Freundschaft.

Flavia de Luce hat eine gute Portion britischem Humors und das lesen wird selten langweilig. Es lohnt sich, alle sechs (bald sieben) Bücher zu lesen.

 

Die Bücher wurden von Alan Bradley geschrieben.

Chuck Palahniuk – Lullaby

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Carl Streator ist Reporter einer großstädtischen Zeitung. Die Journalistenschule hat er mit einer vier in Ethik abgeschlossen. Ebenso einen perfekten Blick für noch so kleine Details. Streator bekommt von seinem  Redakteur Duncan den Auftrag einen fünfteilige Serie für die Sonntagsauflage zu schreiben. Thema: Plötzlicher Kindstod. Als ihm an den Unglücksorten immer wieder das Buch „Gedichte und Lieder aus aller Welt“ auffällt, glaubt Streator auf ein Muster gestoßen zu sein. Zumal in allen Fällen als Letztes die Seite 27 aufgeschlagen war. Das Merzlied, ein afrikanisches Wiegenlied, für Sterbende, Verwundete und Leidende. Streator macht mit Duncan ein Experiment, er ließt ihm das Merzlied vor. Danach taucht Duncan nicht mehr in der Redaktion auf, wird vermisst. Während Streator sich eine Welt ohne Geräusche, Medien und mit Million von Toten vorstellt, überlegt er, was zu tun ist, um die Ausbreitung des Merzliedes zu stoppen.

Mit „Lullaby“ liefert Chuck Palahniuk einen perfiden kleinen Thriller ab, der sich durch die kurzen Kapitel sehr flüssig lesen lässt. Einziges Manko ist Streators Blick für die Details. Kaum ein Kapitel in dem nicht ein zwei Absätze nur aus Firmennamen, getragener Kleidung, Aussehen oder Personenbeschreibung besteht. Dieser Nachteil wird allerdings durch die Hauptthematik mehr als wett gemacht. Die Macht über Leben und Tod. Wie verhält man sich, wenn man den Schlüssel in Händen hält, um unentdeckt und ohne Spüren zu Töten? Bekommt man einen Gottkomplex? Wie sieht es aus, wenn man neben der Macht über Leben und Tod noch mehr in Aussicht gestellt bekommt? Will man noch mehr? Oder kann man Mensch bleiben?

von A. Helling

Neben „Lullaby“ gibt es von Chuck Palahniuk in der Stadtbücherei Soest noch „Fight Club“.

Professor Layton und die ewige Diva

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Professor Layton erhält ein Schreiben seiner ehemaligen Studentin Janice Quatlane. Darin berichtet sie, einer verstorbenen Freundin im Körper eines siebenjährigen Mädchens begegnet zu sein. Das Mädchen weiß Dinge, über die nur sie beide Bescheid wissen. Sie behauptet die ewige Jugend erhalten zu haben. Mit dem Brief erreichen Layton auch Karten für die Oper in der Janice die Hauptrolle spielt. Layton und Luke machen sich umgehend auf den Weg. Erste Nachforschungen ergeben, dass es mehrere Wiederbelebte geben soll und in London sogar „Handel“ mit der ewigen Jugend betrieben werden soll. Nach dem Ende der Oper über das alte Königreich Ambrosia, welches eher zurückhaltend aufgenommen wird, taucht ein maskierter Mann auf der leeren Bühne auf. Er verspricht einem Kartenbesitzer das ewige Leben. Alle Anderen, die das Spiel nicht gewinnen, müssen ihr Leben geben. Manche versuchen daraufhin zu fliehen, werden aber von weiteren Maskierten aufgehalten. Die Theaterinsel verwandelt sich in ein Schiff. Das Ratespiel um das ewige Leben beginnt.

Basierend au der gleichnamigen Konsolenspielreihe („Professor Layton ….“) wird in diesem Film der erste gemeinsame Fall von Professor Hershell Layton und seinem Helfer Luke Triton erzählt. In seiner Aufmachung und der Ansiedlung in London erinnert Layton stark an Sherlock Holmes für Kinder. Dies zeigen auch die teilweise kniffligen Rätsel, die Layton (Holmes) und Luke (Watson) lösen müssen, um den Täter zu überführen. Diese Rätsel sind kniffliger, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Niedlich, kunterbunt und spannend umgesetzt, ein Spaß für die ganze Familie.

von A. Helling

Neben dem Film hat die Stadtbücherei Soest folgende Spiele für den Nintendo DS im Sortiment: Professor Layton und die Schatulle der Pandora, Professor Layton und die verlorene Zeit, Professor Layton und der Ruf des Phantoms.

Martin Suter – Die Zeit, die Zeit

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Etwas war anders. Seit der Ermordung seiner Frau Laura ist jeder Tag für Peter Taler gleich. Morgens geht er zu Arbeit – Sachbearbeiter in der Finanzabteilung eines Bauunternehmens. Zu Hause angekommen stellt er sich mit einem Bier ans Fenster. Taler lässt jenen schicksalhaften Abend an seinem inneren Auge vorbeiziehen. Wie er kochte, Laura zu spät kam, Sturm klingelte, er nicht reagierte und dann nochmal das Klingeln der Wohnungstür. Ein Nachbar, der Taler die schlimmer Nachricht übergibt. Irgendetwas war anders an diesem Abend. Um darauf zu kommen, was an jenem Abend anders war, kocht und tut Taler immer das Gleiche: Spagetti kochen; für zwei den Tisch decken; Wein öffnen; eine Zigarette anzünden, aber nicht rauchen; Amy Winehouse hören. Und tatsächlich. Eines Abends hat Taler wieder das Gefühl, etwas wäre anders. Es scheint etwas mit dem Haus des Nachbarn von gegenüber zu tun zu haben, aber was?

Der Verlauf der Zeit, gibt es ihn? Oder gibt es die Zeit an sich gar nicht, sondern nur die Veränderung als solche? Ist man verrückt, wenn man denkt, die Zeit existiert nicht? Ruhig und sonor – leider mit wenig Stimmvariationen bei den einzelnen Charakteren – ließt Gert Heidenreich diese interessante – leider manchmal konstruiert wirkende – Geschichte über Moral, die Zeit und die Taten von Menschen.

von A. Helling

In der Stadtbücherei Soest gibt es von Martin Suter noch Folgendes: Small World (Buch & Hörspiel); Business Class (Buch); Das Bonus-Geheimnis und andere Geschichten aus der Business Class (Buch); Hubert spannt aus und andere Geschichten aus der Buisness Class (Buch); Die dunkle Seite des Mondes (Buch & Hörbuch); Ein perfekter Freund (Buch deutsch & französisch); Der Teufel von Mailand (Buch); Lila, lila (Hörbuch & die Verfilmung auf DVD); Der letzte Weynfeldt (Buch); Der Koch (Buch & Hörbuch); Allmen und die Libellen (Buch & Hörbuch); Allmen und der rosa Diamant (Buch & Hörbuch); Die Zeit, die Zeit (Buch); Abschalten (Buch).

Gosho Aoyama – Detektiv Conan 71

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Vorgeschichte: Der Schülerdetektiv Shinichi Kudo beobachtet zwei Männer in schwarz bei einer Erpressung. Als er den Vorfall der Polizei melden will, wird er von ihnen aufgegriffen. Shinichi bekommt ein neuartiges Gift verabreicht. Doch anstatt ihn zu töten lässt das Gift ihn schrumpfen, bis er den Körper eines zehnjährigen Kindes hat. Um unterzutauchen geht Shinichi zu seinen guten Freund Professor Agasa. Als Shinichis Freundin Ran Mori beim Professor auftaucht gibt sich Kudo als Conan Edogawa aus. Ran nimmt ihn mit zu ihrem Vater, dem berühmten Detektiv Kogoro Mori. Mit ihm löst Conan einen Fall nach dem anderen, um irgendwann auch eine Spur zu den Männern in schwarz zu finden.

Band 71: Weil Kogoro durch Zufall die Katze einer gut betuchten Engländerin fängt, werden er, Ran, Conan und Professor Agasa nach London eingeladen. Ein Traum für Conan, der ein großer Bewunderer von Sherlock Holmes ist. Im Sherlock-Holmes-Museum trifft Conan den kleinen Apollo Glass. Dieser sucht händeringend nach Holmes. Um zu erfahren, was geschehen ist gibt sich Conan als Holmes Schüler aus. Durch seine Beobachtungsgabe gelingt es ihm Apollo zu überzeugen. Er erzählt Conan von einem Mann, der ihm einen Zettel mit einer komischen Nachricht gegeben und gesagt hat: irgendwo in London werde jemand sterben, falls die Nachricht zu schwer wäre, solle man sich an Holmes wenden.

Eine nette Hommage an Sherlock Holmes und an die Stadt London. Den die komische Nachricht verweist auf außergewöhnliche Architektur der Stadt. Bei den Gebäuden wiederum finden sich Hinweise die mit Holmes zusammenhängen. Selbst die gegangene Route durch London ist nicht zufällig. Leider wird das Ende erst in Band 72 aufgelöst. Trivia: Der Name des Hauptcharakters Conan Edogawa setzt sich aus den Namen der beiden Kriminalautoren Arthur Conan Doyle (England) und Edogawa Rampo (Japan) zusammen.

von A. Helling

Carlos Busqued – Unter dieser furchteregenden Sonne

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Cetarti sitzt gerade kiffend vor einer Dokumentation über Riesenkalmare, als ein Anruf sein Leben auf den Kopf stellt. Ihm wird erzählt, dass seine Mutter und sein Bruder von Molino, dem neuen Mann seiner Mutter hingerichtet wurden. Molino erschoss sich nach der Tat selbst. Nach weiteren Dokumentationen während derer Cetarti genug Joints für die Fahrt baut, sitzt er in seinem Auto Richtung Lapachito. Dort angekommen findet er ein heruntergekommenes, stinkendes, aus rissigen Häusern bestehendes Dorf vor. Nachdem er sich in einer Bar mit Kaffee und Hörnchen gestärkt hat, telefoniert Cetarti mit Duarte, dem „Testamentsvollstrecker“. Sie verabreden ein Treffen bei der Polizei, bei der Cetarti noch eine Aussage tätigen muss. Danach fahren die Beiden zum Friedhof, um die Toten zu identifizieren. Beim Anblick der Leichen wird Cetarti schlecht und er lässt Duarte die Formalitäten erledigen. Duarte bietet Cetarti bei einem Joint an, ihm gegen fifty-fifty, dabei zu helfen, an die Lebensversicherung zu kommen. Diese ist bei einem Sozialwerk der Luftwaffe angelegt. Cetarti beschäftigt eher die Frage, wie Duarte ihn ausfindig machen konnte. Er erhält eine unbefriedigende Antwort, hackt aber nicht weiter nach. Was steckt dahinter?

Das Erstlingswerk von Carlos Busqued beschäftigt sich überwiegend mit den menschlichen Abgründen. Drogenkonsum, wenn auch „nur“ Marihuana. Mord und Selbstmord. Versicherungsbetrug. Analytisches Interesse an sexuellen Grenzen bzw. der nicht vorhandenen Grenzen. Entführungen und Erpressungen. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Unterbrochen wird dieser Fluss durch zwei Stellen, in denen Zeitungsartikel abgedruckt wurden. Für sich genommen sind die Artikel sehr interessant. Stören aber insofern, da sie an unpassender Stelle auftauchen bzw. mitten im Text stehen. Alles in allem ein ganz passables Erstlingswerk des Argentiniers.

von A. Helling