Archiv für den Monat November 2017

Nächster Literaturkreis am 11.12.2017 um 18:00 Uhr

Der nächste Literaturkreis findet statt am am 11.12.2017 um 18 Uhr. Wie lesen noch einmal „Kraft“ von Jonas Lüscher

Lüscher, Jonas:
Kraft / Jonas Lüscher. – 3. – München : Beck, 2017. – 235 Seiten ; 21 cm
ISBN 978-3-406-70531-1 : 19,95 €

Rhetorikprofessor Richard Kraft möchte sich aus seiner unglücklichen Ehe befreien, was ihm aufgrund seines leeren Kontos nicht möglich ist. Da weist ihm ein alter Weggefährte einen Ausweg: Bei einer wissenschaftlichen Preisfrage im Silicon Valley gibt es eine Million Dollar zu gewinnen …

 

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

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Gelesen im Literaturkreis: „Vogelweide“ von Uwe Timm

Die Abschnitte des Buches plätschern vor sich hin, wie die Wellen im Meer. Mal geht es um die Gegenwart von Christian Eschenbach, der als Vogelwart auf einer unbewohnten Nordseeinsel arbeitet. Immer wieder und immer öfter geht es aber um Personen seiner Vergangenheit: die Eltern, seine getrennt lebende Ehefrau Selma, seine Geliebten. Hier besonders um seine frühere Geliebte Anna. Sie war die Frau eines befreundeten Ehepaares. Und ähnlich wie in Goethes Wahlverwandtschaften halten beide Ursprungsbeziehungen nicht stand.

Anna will ihn auf der Insel besuchen, was ihn aus seinem gewohnten Arbeitsrhythmus bringt. Als sie dann da ist, erzählt sie, dass sie an Leukämie erkrankt ist und bald eine Chemotherapie beginnen wird.

Das alles ist unspektakulär erzählt und wirkt ein bisschen langweilig.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Gelesen im Literaturkreis: „Auerhaus“ von Bov Bjerg

Mehrere Jugendliche leben zusammen in einer Wohngemeinschaft. Das Lied „Our House“ von Madness aus dem Jahr 1982 ist Tag und Nacht bis auf die Straße zu hören. Deshalb heißt das Haus im Dorf nur Auerhaus.

Die WG ist von Frieders Eltern initiiert worden. Ihr Sohn hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Und weil ihm der Psychiater in der Klinik geraten hat, nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, stellen sie das Haus des verstorbenen Großvaters den Schülern zur Verfügung. Solange alle in die Schule gehen, funktioniert es. Nach und nach kommen einige neue Mitbewohner dazu. Zum Beispiel das Mädchen, das wegen Brandstiftung in der Psychiatrie war oder der schwule Kiffer Harry.  

Doch als die Schulzeit zu Ende ist, zerstreuen sich die Bewohner des Auerhauses, nach Berlin, um der Bundeswehr zu entgehen, ins Ausland oder zum Beginn einer Ausbildung. Und sehen sich erst bei Frieders Beerdigung wieder.

Ein Buch über das Leben mit 17, einem Alter, in dem man sich schon vorkommt, wie im richtigen Leben. In dem man sich aber auch auf gefährliche Dinge einlässt, deren Tragweite man gar nicht abschätzen kann – heiter melancholisch erzählt.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Gelesen im Literaturkreis: „Das Geheimnis des Luca“ von Ignazio Silone

Luca Sabatini kehrt nach lebenslanger Haft in sein Heimatdorf in den Abruzzen zurück. Nach rund vierzigjährigem Zuchthausaufenthalt hat sich herausgestellt, dass er unschuldig ist. Damals wurde ein Kaufmann erschlagen und Luca war verdächtig, weil er seinen Aufenthaltsort in jener Nacht nicht preisgeben wollte. Nicht nur er, auch viele andere im Dorf wussten schon damals, dass er unschuldig ist. Aber um jemand anderen zu schützen, ging er im äußerst konservativen Italien lieber ins Gefängnis.

Wir haben lange darüber diskutiert, ob es realistisch ist, 40 Jahre ins Gefängnis zu gehen, statt zu einer Liebe zu stehen, die keine sein durfte. Hätte es nicht die Möglichkeit für einen Neuanfang gegeben? In einem anderen Ort, einem anderen Land? Wir sind zu keinem Schluss gekommen, denn es war eine andere Zeit, ein anderes Land …

Elisabeth Dietz, Literaturkreis