Archiv für den Monat Juli 2013

Manfred Spitzer – Digitale Demenz

Manfred Spitzer - Digitale Demenz

Vorwort.  Einführung: Macht Google uns dumm?  Taxi in London.  Wo bin ich?  Schule: Copy and Paste – statt Lesen und Schreiben?  Im Gehirn speichern oder auslagern in die Wolke?  Soziale Netzwerke: Facebook – statt face to face.  Baby-TV und Baby-Einstein-DVDs.  Laptops im Kindergarten?  Digitale Spiele: schlechte Noten.  Digitale Natives: Mythos und Realität.  Multitasking: gestörte Aufmerksamkeit.  Selbstkontrolle versus Stress.  Schlaflosigkeit, Depression, Sucht und körperliche Folgen.  Kopf in den Sand – Warum geschieht nichts?  Was tun?

Anhand vieler nationaler und internationaler Studien zeigt Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer – einer der bedeutendsten deutschen Gehirnforscher – die mögliche Problematik auf, die durch den Gebrauch der digitalen Medien auftreten können. Diese veranschaulicht er durch leicht verständliche Erklärungen zum Aufbau, der Funktionsweise und der Leistungsfähigkeit des Gehirns. Neben dem Suchtpotential, geht es um Minderung der Denkleistung, Erhöhung der Gewaltbereitschaft, soziale Dysfunktionen, Probleme mit dem Gedächtnis, kurz Digitale Demenz – in Südkorea ein anerkanntes Krankheitsbild. Bei aller Sachlichkeit ist diese Buch leicht verständlich zu lesen und regt dadurch umso mehr zum Nachdenken an. Über sich, sein eigenes Verhalten im Umgang mit digitalen Medien, über sein Kinder und die nächsten Generationen.

von A. Helling

Neben der Hörbuchfassung von „Digitale Demenz“ kann man sich in der Stadtbücherei Soest noch folgende Bücher von Manfred Spitzer ausleihen: „Hirnforschung für Neu(ro)gierige“ und „Medizin für die Bildung“

Literaturkreis: Nächstes Treffen am Montag, 19.8.2013, 20 Uhr

Das nächste Treffen des Literaturkreises findet ausnahmsweise am 3. Montag im Monat statt und zwar am 19.8. um 20 Uhr.

Wir lesen von Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. 416 Seiten, Verlag carl’s books, 14,99 Euro

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Wochentipp „Bretonische Brandung“ von Jean-Luc Bannalec

Bretonische Brandung

Kommissar Dupin ist vor 4 Jahren von Paris in die Bretagne strafversetzt worden (warum, ist nur zwischen den Zeilen zu lesen). Falls er jemals traurig darüber war, gehört das längst der Vergangenheit an, denn er liebt die Bretagne, insbesondere das Finistère, wo er jetzt lebt, sehr. Er ist begeistert von den Landschaften, schätzt die Menschen und ihre Eigenheiten, findet ihre sagenhaften Geschichten, die vom Reichtum ihrer alten Kultur zeugen, faszinierend und bereichernd, außerdem  gibt es auch hier guten café und hervorragendes Essen (besonders natürlich Meeresfrüchte in allen Variationen). Selbst die Aussicht, dass er hier bis an sein Lebensende ein „Neuer“ bleiben wird, amüsiert ihn nur.

Er hat schon einen spektakulären Fall gelöst („Bretonische Verhältnisse“), der die Künstlerkolonie um Paul Gauguin in Pont-Aven als Hintergrund hatte.

Sein zweiter Fall führt ihn auf die Glénan-Inseln, die nur wenige Seemeilen vor dem Festland liegen, aber eine ganz eigene Welt sind, bei gutem Wetter wie die Karibik anmuten mit ihren Palmen an feinen Sandstränden. „Ein Mythos“.

Als dort 3 tote Männer nach einem heftigen Unwetter angespült werden, sieht es zunächst nach einem Unfall aus, aber bald stellt sich heraus, dass sie raffiniert ermordet wurden. Fast alle Gäste des Quatre Vents, des einzigen Cafés der Inseln sind verdächtig, denn besonders einer von ihnen war auf den Inseln verhasst.

Bei seinen Ermittlungen muss Dupin viel mit schwankenden Booten fahren (was ihm zuwider ist), viel café trinken (da er sonst nicht funktionsfähig ist) und viel telefonieren (seine tüchtige urbretonische Assistentin Nolwenn arbeitet weiter im Büro auf dem Festland und ist u.a. damit beschäftigt, Dupin den cholerischen Polizeipräfekten vom Leib zu halten). Der Telefonkontakt ist nur mobil möglich und auch nicht zuverlässig (was nicht nur Nachteile hat).

Neben der spannenden Handlung und den interessanten Bewohnern und Besuchern der Insel Saint-Nicolas (die einzige bewohnte der Glénan) ist das aufregendste an diesem Buch die Inselwelt und die Beschreibung der Bretagne und ihrer Bewohner. Auch wenn das bei einem Krimi vielleicht seltsam anmuten mag, kann ich mir eine bessere Einstimmung  auf einen Bretagneurlaub kaum vorstellen. Ich habe nach der Lektüre der beiden Bücher alle beneidet, die für den Sommer diese Aussicht haben. Ich musste mich beim Lesen leider mit Kaffee und Croissants begnügen (das Bedürfnis danach hat mich manchmal richtig überfallen).

„Bretonische Brandung“ gibt es auch als Hörbuch (am besten für die Fahrt in die Bretagne?)

 

Bannalec, Jean-Luc
Bretonische Brandung : Kommissar Dupins zweiter Fall
Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2013
351 S.
ISBN 978-3-462-04496-6

Tipp von Brigitte Weber

 

Autorenlesung „Move on up“ mit Philip Oprong Spenner am 9.7.2013

spenner philip _ buchtitel _ move on up

Am Dienstag, 9.7. ist Philip Oprong Spenner bei uns  zu Gast. Der Hamburger liest aus seiner Biographie „Move on up“ und musiziert dazu. Am Vormittag ist Spenner ab 9.45 Uhr in der Hannah-Arendt-Gesamtschule zu hören.

Philip Oprong Spenner ist gebürtiger Kenianer. Nach dem frühen Verlust der Eltern mußte er in der Hauptstadt Nairobi des ostafrikanischen Landes um sein Überleben kämpfen. Wichtig war ihm, die Schule besuchen zu können. In dem Hamburger Arzt Robert Spenner fand er einen Förderer, der ihn später auch adoptierte. Nach Deutschland gekommen studierte Philip Oprong Spenner Englisch, Religion und Sport und erlernte auch die deutsche Sprache. Er unterrichtet mittlerweile als Lehrer an einer Hamburger Schule. Seine Lebensgeschichte hat er in einem Buch aufgeschrieben. Damit will er auch anderen Mut machen, ihren Weg zu gehen. Seine Liebe zur Musik kommt als Pop-Gospelsänger mit seiner Band zum Ausdruck.

Veranstaltet wird die Lesung von der Landeszentrale für politische Bildung in Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach seinem Auftritt in Soest kommt der Autor auch in weiteren Städten noch zu Wort.

Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt frei!