Archiv für den Monat Juni 2013

Fundtier Elli Esel ist wieder zu Hause!

Das Eselchen, das sich einige Tage lang bei uns an den Arbeitsplätzen und in den Bücherregalen aufgehalten hat, hatte Erfolg mit seinem herzzerreißenden Aufruf in unserem Blog! Es ist nun wieder in seiner Familie – und vor allem ist sein Besitzer Sam überglücklich darüber!

Heute morgen bekamen wir diese Mail:

„Liebes Bücherei-Team,
ich dachte, meine Elli Esel ist für einen Kurzbesuch bei der Oma geblieben, umso größer war meine Überraschung und Freude, sie in der Bücherei zu finden. Da sie bei uns in einer Familie der Leseratten wohnt, hat sie sich dort sicherlich wohl gefühlt! Und ist sogar mit Foto im Internet – SUPER!
Vielen Dank für die schöne Zeit und die liebevolle Betreuung, jetzt muss Elli aber unbedingt bei mir bleiben!!!
Sam“
Sam und Elli Esel

 

Gelesen im Literaturkreis: „Die Wand“ von Marlen Haushofer

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Marlen Haushofer, Die Wand

Eine Frau bricht mit einem befreundeten Ehepaar zu einem Wochenendurlaub in den Bergen auf. Sie ist müde und bleibt mit dem Hund im Haus am Wald, während das Ehepaar noch auf ein Bier in die Dorfkneipe geht. Am nächsten morgen sind die beiden nicht zurück. Als die Frau sich auf die Suche macht, stellt sie fest, dass sie durch eine gläserne Wand von der Umwelt abgeschnitten ist – und auf der anderen Seite der Wand alles tot ist. Nur der Bach kann unter der Wand hindurch. Für sie geht es darum, sich in dieser Situation einzurichten und zu überleben.

Das Buch ist 1963 erschienen und wurde immer wieder neu aufgelegt. Im Literaturkreis haben wir festgestellt, dass es sehr unterschiedliche Gefühle hervorruft. Ich selbst habe es in den späten 70-er Jahren zum ersten Mal gelesen und fand es damals sehr beängstigend. Jetzt hatte es diese Wirkung nicht mehr. Trotz des anstrengenden Lebens, das die Protagonistin hat, habe ich auch Frieden und Zufriedenheit mit dem Wenigen und Ruhe gespürt. Die Vorstellung, ab von allen anderen zu leben, hatte sogar eine gewisse Faszination.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Gelesen im Literaturkreis: „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

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Daniel Kehlmann

Die Vermessung der Welt

Das Buch hielt sich fast ein dreiviertel Jahr auf der Spiegel-Bestsellerliste und man fragt sich, warum. Dargestellt wird ein Ausschnitt aus dem Leben von Alexander von Humboldt und dem von Karl Gauss. Während der eine durch die Welt reist und sie vermisst, sitzt der andere am liebsten zu Hause und denkt über mathematische Formeln nach. Letzterer wird als ein bisschen blöd dargestellt, während der andere wie blöde reist.

Um das Leben der beiden in ihrer Zeit kennen zu lernen, taugt das Buch nicht, da der Autor sich nicht unbedingt an die tatsächlichen Lebensläufe hält. Auch nimmt er es mit der Reihenfolge der Ereignisse nicht so genau. So geht es an einer Stelle um eine Fotografie, die von den Wissenschaftlern aufgenommen werden soll, aber die Fotografie war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht erfunden. An einer anderen Stelle sieht Humboldt es als Beleidigung, dass der Mensch vom Affen abstammt. Auch das war nicht bekannt, denn in dem Jahr als Darwin diese Theorie aufstellte, starb Humboldt.

Das Buch ist mir streckenweise lang und langweilig gewesen. Den Witz und die Ironie, die in den Buchbesprechungen hervorgehoben wurde, konnten wir im Literaturkreis nicht unbedingt entdecken.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Gelesen im Literaturkreis: „Der letzte Weynfeldt“ von Martin Suter

Martin Suter, Der letzte Weynfeldt

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Das Buch liest sich leicht und schnell, ist aber keine große Literatur, sondern eher was zur Unterhaltung. Es spielt – wie viele Bücher Suters – im Milieu der superreichen Schweizer. So lebt auch der Protagonist vom Geld seiner verstorbenen Eltern und arbeitet eigentlich nur aus Langeweile als Sachverständiger für Gemälde.  Um ein solches gibt es ein Verwirrspiel, das erst ganz am Schluss gelöst wird. Während ich das Buch als einfache Lektüre nett finde, stieß es im Literaturkreis auf wenig Gegenliebe. Die Handlung zu blöd, stilistisch zu schlecht. Nun ja, über die Handlung kann man streiten. Mit dem Stil haben sie nicht ganz unrecht. Manche Formulierungen sind einfach platt. Wie das oft ist, bei Vielschreibern, die ihre Bücher wie am Fließband produzieren.

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

Wochen-Tipp: „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach

Verbrechen

Der Autor, Ferdinand von Schirach, ist nicht nur Schriftsteller sondern in erster Linie Anwalt. In Berlin betreibt er eine eigene Kanzlei, spezialisiert auf das Gebiet Strafrecht. In seinem Bestseller „Verbrechen“ fasst er besondere und ungewöhnliche Fälle seiner Mandanten zusammen. Elf packend erzählte Kurzgeschichten geben einen Einblick in die Arbeit Schirachs als Strafverteidiger. Die erzählten Schicksale reichen über Einbrüche und Diebstähle bis hin zum Mord. Spannung und faszinierende Geschehnisse haben sie jedoch alle gemeinsam. Ebenso lesenswert wie der erste Teil ist auch die Fortsetzung „Schuld“, in welcher Schirach, mit einer genauso spannenden Erzählweise, von neuen Fällen und Erlebnissen aus seinem beruflichen Alltag berichtet.

Von Schirach, Ferdinand
Verbrechen
München : Piper, 2009
ISBN : 978-3-492-05362-4

Von Paula Schrewe

Fundtiere in der Bücherei

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In unserer Bücherei werden öfter Dinge von Lesern liegen gelassen und es kommt auch vor, dass Kinder ihre Kuscheltiere bei uns vergessen.

So landeten vor einigen Tagen ein Teddy und ein Esel bei uns.

Der Teddy wurde sofort am nächsten Tag von seinem Besitzer wieder in die Arme geschlossen.

Am selben Tag kam es auch zum Wiedersehen eines Hasen, der schon lange auf einem unserer Bücherregalen in der Kinderbücherei lag, mit seiner Familie.

Da wir auch den Esel wieder gerne bei seiner Familie wüssten, wendet er sich hiermit an seinen Besitzer

,,Hallo liebes Kind,

ich wünsche mir so sehr wieder von Dir abgeholt zu werden und mit Dir zu spielen.

Wo bist Du?

Ich bin in der Bücherei und da ich so traurig über die Trennung von Dir war, zeigten mir die lieben Mitarbeiterinnen aus der Bücherei, was ich dort so erleben kann.

Wie Du auf den Fotos sehen kannst, lese ich spannende Bücher und habe dabei eine riesige Auswahl, falls Du mich noch längere Zeit in der Bücherei lassen möchtest bin ich also beschäftigt.

Auf dem anderen Foto sitze ich an der Information und helfe den Mitarbeitern am Computer.

Ich muss Dir ganz viel erzählen.

Also bitte melde Dich.

Viele Grüße aus der Bücherei vom

kleinen, süßen Esel“

Falls der Besitzer dies liest, wende Dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Bücherei

 

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