Archiv für den Monat Mai 2013

Autorenlesung: „Nachtauge“ mit Titus Müller am Mittwoch, 5.6.2013

Im Rahmen einer Autorenlesung ist Titus Müller am Mittwoch (5. Juni) bei uns zu Gast. Der Münchner liest aus seinem spannenden Roman „Nachtauge“. Hinter dem Codenamen verbirgt sich eine deutsche Spionin, die eine bedeutsame Operation der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg aufzudecken versucht. Dabei sollen Stauanlagen großer deutscher Seen zerstört werden. Erstes Ziel soll die Möhnetalsperre sein. Parallel wird die Situation mehrerer Hundert Zwangsarbeiterinnen in einer Munitionsfabrik unweit der Talsperre in Neheim beleuchtet. Das persönliche Schicksal einer der Frauen und eines dort verantwortlichen Deutschen wird in dem Roman verwoben.

Titus Müller hat in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik studiert. Seit 2002 hat er unter anderem mehrere historische Romane veröffentlicht. Der gebürtige Leipziger wurde mehrfach ausgezeichnet.

Diese Veranstaltung bieten wir in Zusammenarbeit mit der Ritterschen Buchhandlung an.

Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 8,00 €

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Wochen-Tipp: „Zebra-Schwein“ von Emely Brand und Lukas Brand

zebraZebra-Schwein ist ein lustiges Zeichenspiel bei dem die Spieler Tiere erraten müssen. Das schwierige daran ist, dass das zu zeichnende Tier aus einem Tiermix von zwei Tieren bestehen muss. Bei diesem Spiel kommt der Spaß nicht zu kurz. In unserer Spielerrunde haben wir viel über die lustigen Tierzeichnungen gelacht. Und auch wenn man kein großer Zeichner ist, bekommt man es irgendwie hin, die typischen Charaktermerkmale der Tiere aufs Papier zu bringen.

Spielablauf:

Wenn man an der Reihe ist, würfelt man mit beiden Würfeln und sieht sich geheim sein Ergebnis an. Die beiden Würfel besagen, aus welchen beiden Tieren das Tiermix bestehen soll. Den Würfelbecher mit dem Würfelergebnis stellt man jetzt zur Seite und malt auf dem Zeichenblock den entsprechenden Tiermix auf. Während der Spieler zeichnet, versuchen die Mitspieler die beiden Tiere zu erraten. Wer meint es zu wissen, drückt das Zebra-Schwein, sodass es lustig grunzt. Der Zeichner legt den Stift aus der Hand und der Spieler, der gedrückt hat, gibt seinen Tipp ab. Wenn der Tipp richtig war, erhält der Spieler, der richtig geraten hat, die beiden Tierkärtchen. War der Tipp falsch, muss er diese Runde aussetzen und es wird weiter gezeichnet. Das Spiel endet, wenn die Tierkärtchen aufgebraucht sind. Wer die meisten davon besitzt, hat gewonnen.

Spieler: 3 – 6
Altersangabe: 6
Dauer: 20
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Schmidt Spiele
Verlagsort: Berlin
Autor: Brand, Emely Brand, Lukas
Illustrator: Pätzke, Anne

 

Wochentipp von Barbara Beine

Helen Heinemann – Warum Burnout nicht vm Job kommt

Helen Heinemann - Warum Burnout nicht vom Job kommt

1.000 nette Leute oder: der Verdacht. Wer ausbrennt und wer nicht. Warum ist das Ich so schwach? Was Anerkennung und Zugehörigkeit mit Burnout zu tun haben. Warum Stressprävention keinen Sinn mach. Wenn es keine Rolle mehr spielt oder: Der Verdacht erhärtet sich. Schwankender Boden – Warum Gleichberechtigung stressig ist. Warum Hausfrauen so gestresst sind. 100 Jahre Stress: Eine kleine Geschichte der Geschlechterrollendemontage. Warum Burnout nicht vom Job kommt.  Geschlechterrollenspiele. Fragebogen für Frauen. Fragebogen für Männer.

Ausgehend von ihren Seminaren für die Techniker Krankenkasse überdenkt die Pädagogin mit psychotherapeutischer Ausbildung Helen Heinemann ihr erlerntes Wissen über Burnout. Es wird ja immer angenommen, dass Burnout ein Zeichen von hoher Stellung und zu viel Arbeit ist. In ihren Seminaren merkte Heinemann schnell, dass mehr dahinter steckte, da sowohl Manager, wie auch Hausfrauen und teilweise Arbeitslose mit den Folgen von Burnout zu kämpfen haben. Anhand individueller Beispiele geht sie auf Ursachenforschung. Dabei kommt sie zu teilweise überraschenden Ergebnissen. Dieses Buch ist eher für Leute gedacht, die wissen wollen, woher Burnout kommt. Es bietet nur Lösungsansätze durch Interpretation der geschilderten Fälle.

von A. Helling

Wochen-Tipp: „Septemberwut“ von Rolf Düfelmeyer

Düfelmeyer, Rolf Septemberwut

Regionalkrimis haben Konjunktur – auch in unserer Gegend breiten sie sich bald flächendeckend aus.
Rolf Düfelmeyers Beitrag „Septemberwut“ spielt zwischen Herford und Bielefeld. Kriminalhauptkommissar Frank Sommer wird gleich an seinem ersten Arbeitstag in Bielefeld mit einem Brand in einer Herforder Realschule und einem bizarren Mord konfrontiert. Ein Psychopath scheint im Spiel zu sein …
Die durchaus spannende Krimihandlung leidet doch etwas unter Längen – viele Zeilen werden mit Banalitäten gefüllt, um das Lokalkolorit zu beschwören. Für die Schauplätze des Herforder Schwimmbads H2O, die Disco GoParc und das Museum MARTa hätte man sicher aufregendere Szenen ersinnen können als das Vorbeifahren im Polizeiauto, auch weiß man sowieso, an welcher Stelle auf der Autobahn zwischen Bielefeld und Herford die einträglichste Radarfalle steht. Dafür kommt es im Wildschweingehege des Olderdisser Tierparks zu einer sensationellen Szene. Die zweite Hälfte des Buchs ist dann wesentlich mitreißender, und ich habe bis zum Schluß durchgehalten – auch weil ich unbedingt wissen wollte, ob der Schnack „Bielefeld gibt es gar nicht“ nicht doch auch noch erwähnt wurde … na, raten Sie mal 🙂

Düfelmeyer, Rolf:
Septemberwut : ein Krimi aus Ostwestfalen
Hameln: Niemeyer, 2012
273 S.
(Westfalen-Krimi)
ISBN 978-3-8271-9561-6

Tipp von Juliane Buff

Stefan Strixner & Serona Wolf – Kleines Wörterbuch der Gebärdensprache

Stefan Strixner & Serona Wolf - Kleines Wörterbuch der Gebärdensprache

Vorwort. Wozu ein Buch wie dieses?   Blick in eine stille Welt. Die Geschichte der Gebärdensprache. Die Gehörlosengemeinschaft. Die Kultur der Gehörlosen. Regionale Dialekte. Wie entsteht eine Gebärde?   Wie funktioniert die DGS? Der Satzbau. Das Gesicht spricht mit. Die Handstellung. Die Handbewegung. Der Ausführungsort. Der Blickkontakt. Das Fingeralphabet. Das Fingeralphabet – Sonderzeichen. Namen.   Gebärden und ihre Bedeutung. Zwischenmenschliches – Die Unterhaltung. Aus dem täglichen Leben. Rund um die Zeit. Fragewörter. Menschen – Familie. Notfälle. Orientierung und Verkehrsmittel. Behördenbesuche.

Das einzige Manko dieses Buches vorweg: Die Schrift wirkt durch die Platzierung auf 2/3 der Seite etwas klein und gedrungen. Dadurch entsteht aber auch der nötige Raum für graphische Darstellung der Gebärden, welche in manchen Testteilen erklärt werden. Neben dem Fingeralphabet und einem Einstiegsglossar – welcher den Großteil des Buches ausmacht – nehmen sich das Autorenduo Stefan Strixner und Serona Wolf die Zeit uns einen kleinen Einblick in die Geschichte der Gebärdensprache und die Entstehung einer Gehörlosenkultur zu geben. Ein guter Einstieg für alle, die Interesse an der Gebärdensprache bzw. derer Erlernung haben.

von A. Helling

In der Stadtbücherei Soest gibt es zum Thema Gebärdensprache noch folgende Titel: Birgit Jacobsen – Das Gebärdenlexikon; Carol Padden und Tom Humphries – Gehörlose und Max S. Kirch – Deutsche Gebärdensprache.

Mathias Malzieu

Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens

Es ist der 16. April 1874 in Edinburgh, der kälteste Tag aller Zeiten. Es ist so kalt, dass Flüsse gefrieren, Katzen an Regenrinnen festkleben und Springbrunnen sich in glitzernde Blumensträuße verwandeln. An diesem verschneiten Tag treibt es eine junge schwangere Frau zu Doktor Madeleine, Hebamme für Huren, verlassene Frauen und solche die zu jung oder untreu waren. Nebenbei repariert sie Menschen – mit mechanischen Teilen. Die junge Frau bringt einen kleinen Jungen zur Welt, dessen Herz wegen der Kälte gefroren ist. Unter der Aufsicht einer bebrillten Katze spannt Doktor Madeleine den Jungen in einen Schraubstock. Nachdem sie ein Uhrwerk ausgesucht hat, wird es an des Kindes Herz montiert. Er überlebt, bleibt bei Madeleine und erhält den Namen Jack. Mit zehn Jahren darf Jack zum ersten Mal mit in die Stadt, in welcher er sich auch direkt verliebt. In eine kleine tollpatschige Tänzerin. Sein Herz übersteht es nur knapp. Nach Jahren erfährt Jack, wo sich seine Tänzerin befindet. Nach einem blutigen Zwischenfall macht er sich auf die Suche nach ihr.

Eine wundervolle Geschichte über die erste Liebe, die scheinbar nichts trennen kann. Darüber, welche heftigen Gefühle sie auslösen kann und was man für sie alles auf sich nimmt. Gespickt mit schwarzem Humor und den Hauptfarben schwarz und rot, den verzaubertet anmutenden Bildern wirkt „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu wie ein Film von Tim Burton in Worten. Auch wenn die Handlung Ende des 19. Jahrhunderts spielt hat man – durch die gezogenen Vergleiche und die Art, wie die Charaktere manchmal miteinander sprechen – das Gefühl sie spiele heute. Dies fällt aber durch die skurrilen liebenswürdigen Gestalten gar nicht auf. Ebenso vergisst man recht schnell, dass die Hauptprotagonisten gerade mal 14, 15 Jahre alt sind. Einfach verzaubern lassen.

von A. Helling