Archiv für den Monat Februar 2013

Wochen-Tipp: „Emscherzauber“ von Werner Boschmann

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„Ey, du Hasel, mamma feste,
Lasset rappeln inne Äste.
Ich will rein in König-Kotten,
Gib mich dufte Tanz-Klamotten.“

???  Kommt uns das wenigstens ein bißchen bekannt vor? – Das ist die Ruhrgebiets-Version von „Aschenputtel“ … nicht wissenschaftlich belegt ist es, daß die Brüder Grimm auch im Ruhrgebiet unterwegs  gewesen sind, aber vielleicht ist die von Werner Boschmann erzählte Geschichte „Edelmauken auf der Hohensyburg“ eine Ur-Version des bekannten Märchens? Selbst wenn nicht, so kann man doch seine helle Freude haben an diesen Geschichten, in denen sich Aschenputtel so ganz anders darstellt und auch der Königssohn sich dem Vater gegenüber wenig fürnehm ausdrückt: „Ey Oppa, dat satte Geschoß mittie mordsmäßigen Anziehsachen, is die bei dich aufen Taubenschlach?“
Uns bestens bekannte Märchen und Lesebuch-Geschichten wie vom ersten Steinkohlenbergwerk an der Ruhr (erweitert und viel, viel schöner erzählt als im Lesebuch: „Das Märchen vom Hattinger Schweineparadies“) oder den „Fleißigen Riesen von Hoesch und Thyssen“ (man kann sich vielleicht denken, welche Aufgaben die hatten) oder die gar traurige und gewiß wahre Geschichte vom „letzten Emscherhecht“ und viele andere lesenswerte Märchen-Ruhrgebiets-Wahrheiten sind versammelt in diesem schönen Bändchen!

Emscherzauber : Märchen aus dem Ruhrgebiet / erzählt von Werner Boschmann
Bottrop: Henselowsky, 2002
110 S. : Ill.

ISBN 978-3-942094-20-7

Tipp von Juliane Buff

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„Nacht der Bibliotheken“ am 1.3.2013 von 19 – 23 Uhr

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Unter dem Motto „Deine Bibliothek – wilder als du denkst!“ findet am 1. März in ganz Nordrhein-Westfalen die „Nacht der Bibliotheken“ statt: Über 200 Bibliotheken zeigen ihre modernen, für „Nicht-Kunden“ mitunter überraschenden Angebote.
Schirmherr der Veranstaltung ist der TV-Moderator, Autor und Drehbuchschreiber Ralph Caspers
. Mit seiner Art, ausgetretene Denkpfade zu meiden und scheinbar Alltägliches zu hinterfragen, steht Caspers den Bibliotheken nahe, die ihren Nutzern mit alten und „wilden“ neuen Medien die Möglichkeit bieten, ihre Neugier auszuleben und sich die Welt zu erklären. „Sie haben hier die tollsten Möglichkeiten!“ sagte er im Pressegespräch.

Auch wir sind mit einem abwechslungsreichen Programm dabei – der Eintritt ist frei! 

1. Happy Hour 19:00-23:00 Uhr
Wir starten die Nacht der Bibliotheken mit der „Happy Hour“: Statt 15,-€ zahlen Sie nur 8,- € Jahresgebühr! 

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2.
Die Divanetten – vergnügliches Kabarett
19:30 bis 23:00 Uhr
Ein Musik-Kabarett der besonderen Art mit Karin Zimny & Ruthilde Holzenkamp als Ingeborg Schmitt und Inge Pachulke Die beiden Künstlerinnen erzählen, singen, erinnern mit Humor und glamourösem Charme an unvergessene Sängerinnen. Jene großartigen „Diven“ oder eben „Non Divas“. Sie interpretieren Hits aus den 30er bis 70er Jahren mal á la femme fatal, mal ohne jeglichen Schnickschnack. Und nebenbei plaudern sie von Nippes, von Peter, dem sonstigen Einerlei, manchem Zweierlei von Banalitäten und Kausalitäten und Omma Käthe! Besetzung: Karin Zimny, Gesang & Gitarre aus München, gebürtig aus Recklinghausen Ruthilde Holzenkamp, Akkordeon & Gesang aus Köln, gebürtig aus Lohne.

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3. fellix – das Netzwerk für Tiere! Wir sind die Wildesten!
19:00 bis 23:00 Uhr
„www.fellix.de“ ist das etwas andere Soziale Netzwerk – hier können Tiere nicht nur Freunde finden, Spaß haben und chatten, hier finden auch Tierhalter interessante Foren , Gruppen,Tierschutz und vieles mehr. Wir sind live dabei: In der Gruppe “Öffentliche fellix-Bibliothek” (Dipl.Bibl. “Dascha”, Westie) wird mit allen Mitgliedern die Nacht der Bibliotheken online gefeiert – mit Kunstausstellung der Katzen-Malerin Tani, Märchen-Quiz mit dem österreichischen Kater Oliver, Tricky-Dog-Show mit Holly, Autorenlesung der schreibenden Kuhkatze “Lillie♥ vom See” (www.lillie-of-the-valley.de) und anderen Überraschungen!
Zielgruppe: Tierfreunde mit Interesse an Sozialen Netzwerken
Mitwirkende: Dascha, Lillie♥ vom See, Tani, Oliver, Holly, Rontu Aru, Leo Löwenherz und viele andere!

4. „Bücher ohne Worte“ – Kunst in der Stadtbücherei
20:00 bis 22:00 Uhr
“Bücher ohne Worte” – Installation von Sigrid Wobst, Kunstgespräch mit der Künstlerin: Bücher gleichen menschlichen Schicksalen. Betrachtet man sie genauer wird man selbst ein Teil davon. Kommentar aus dem Gästebuch: „Ein leeres Buch – aber Bücher sollten doch voller Worte sein! Das ist doch widersinnig! Aber wenn etwas widersinnig ist, dann regt es mich an darüber nachzudenken, ich will es verstehen! Es ärgert mich sogar, dass so mit einem Buch umgegangen worden ist. Wünschte, wir würden das geistige Eigentum mehr achten! Und doch, wir erkennen erst wer wir sind durch den Anderen, das Gegenüber.“ „Textlose Bücher – welch ein Fülle von Geschichten!“

5. Preisrätsel: „Finde 7 Fehler!“ – Bekanntgabe der Gewinner
20:00 bis 20:15 Uhr
Finde 7 Fehler! Zur „Nacht der Bibliotheken“ am 1. März 2013 haben wir eine Seite aus einem „Leseheftchen“ im Stil der 50-er Jahre nachgebildet: In Zeiten, als es noch keine Datenverarbeitung gab, wurden die Titel der entliehenen Bücher mit ihrem Fristdatum in ein solches Heftchen eingetragen. Hier haben sich aber 7 Fehler eingeschlichen … 1. Preis: Buchgutschein 25 € 2. Preis: Buchgutschein 20 € 3. Preis: Gutschein für eine Jahresgebühr der Stadtbücherei Weitere Informationen zum Preisrätsel erhalten Sie in der Stadtbücherei!
 

6. Spielen mit der Wii-Konsole
19:30 bis 20:30 Uhr
Wii Party und Wii Sports. Die Stadtbücherei wird zum Spielplatz für Groß und Klein. Die 80 Minispiele von Wii Party bringen Spaß ohne Ende. Bis zu vier Spieler können mit- und gegeneinander spielen. Bei WII Sports fördern Tennis, Baseball, Bowling, Golf und Boxen die Bewegung und Fitness. Die Fernbedienung wird zum Sportgerät.

Chuck Palahniuk – Lullaby

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Carl Streator ist Reporter einer großstädtischen Zeitung. Die Journalistenschule hat er mit einer vier in Ethik abgeschlossen. Ebenso einen perfekten Blick für noch so kleine Details. Streator bekommt von seinem  Redakteur Duncan den Auftrag einen fünfteilige Serie für die Sonntagsauflage zu schreiben. Thema: Plötzlicher Kindstod. Als ihm an den Unglücksorten immer wieder das Buch „Gedichte und Lieder aus aller Welt“ auffällt, glaubt Streator auf ein Muster gestoßen zu sein. Zumal in allen Fällen als Letztes die Seite 27 aufgeschlagen war. Das Merzlied, ein afrikanisches Wiegenlied, für Sterbende, Verwundete und Leidende. Streator macht mit Duncan ein Experiment, er ließt ihm das Merzlied vor. Danach taucht Duncan nicht mehr in der Redaktion auf, wird vermisst. Während Streator sich eine Welt ohne Geräusche, Medien und mit Million von Toten vorstellt, überlegt er, was zu tun ist, um die Ausbreitung des Merzliedes zu stoppen.

Mit „Lullaby“ liefert Chuck Palahniuk einen perfiden kleinen Thriller ab, der sich durch die kurzen Kapitel sehr flüssig lesen lässt. Einziges Manko ist Streators Blick für die Details. Kaum ein Kapitel in dem nicht ein zwei Absätze nur aus Firmennamen, getragener Kleidung, Aussehen oder Personenbeschreibung besteht. Dieser Nachteil wird allerdings durch die Hauptthematik mehr als wett gemacht. Die Macht über Leben und Tod. Wie verhält man sich, wenn man den Schlüssel in Händen hält, um unentdeckt und ohne Spüren zu Töten? Bekommt man einen Gottkomplex? Wie sieht es aus, wenn man neben der Macht über Leben und Tod noch mehr in Aussicht gestellt bekommt? Will man noch mehr? Oder kann man Mensch bleiben?

von A. Helling

Neben „Lullaby“ gibt es von Chuck Palahniuk in der Stadtbücherei Soest noch „Fight Club“.

Wochen-Tipp: „Neue winzig kleine Häuser“ von Mimi Zeiger

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„Unsere Häuser sind ein derart belastender Besitz, daß sie uns häufig eher Gefängnis als Behausung sind“ – mit diesem Zitat von Henry David Thoreau aus seinem Buch „Walden“ beginnt dieses kleine handliche Buch, das 36 Gebäudeexperimente aus aller Welt vorstellt.
Ein Einsiedlerleben, wie Thoreau es Mitte des 19. Jahrhunderts vorgeführt hat, ist heute kaum noch möglich – wie sollte man sich heutzutage aus der Zivilisation in die Einsamkeit zurückziehen. Und doch besteht der Bedarf nach Rückzugsmöglichkeiten und einem Leben ohne Ballast.
Mimi Zeiger zeigt umweltbewußte Lösungen, die sich in die Landschaft einfügen und schonend mit der Natur umgehen – Wohn- und Ferienhäuser, Ateliers und Schutzhütten wie das australische „Bridge House“, das einen kleinen Bach überspannt, die unterirdische „Villa Vals“ in der Schweiz, die „Villa Hermína“, die in grellem Pink in grüner tschechischer Landschaft steht und im Inneren so hügelig ist wie das sie umgebende Gelände oder das thailändische Waisenhauscamp „Soe Ker Thie Hias“, dessen 6,5 m² kleine „Schmetterlingshütten den Kindern Schutz und privaten Raum geben.

Viele weitere inspirierende Beispiele zeigen, was möglich ist!

Zeiger, Mimi:
Neue winzig kleine Häuser voll großer Ideen
München: Dt. Verl.-Anstalt
222 S. : zahlr. Ill.
ISBN 978-3-421-03882-1

Tipp von Juliane Buff

Mitmachen und gewinnen! Ein Preisrätsel zur „Nacht der Bibliotheken“ am 1. März

Finde 7 Fehler!  (Hier können Sie das Rätsel als pdf öffnen und ausdrucken!)

In unserer Foto-Ausstellung zum 100. Jubiläum der Stadtbücherei zeigen wir auch ein „Leseheftchen“ – in Zeiten, als es noch keine Datenverarbeitung gab, wurden die Titel der entliehenen Bücher mit ihrem Fristdatum in ein solches Heftchen eingetragen. Damals hatten die Leser so auch eine Übersicht über alles, was sie  über Jahre hinweg schon aus der Bücherei entliehen hatten. Zur „Nacht der Bibliotheken“ am 1. März 2013 haben wir eine Seite aus einem „Leseheftchen“ im Stil der 50-er Jahre nachgebildet.
Gehen Sie mit uns auf die Zeitreise! Die angegebenen Titel waren in den 50-er Jahren schon in der Stadtbücherei Soest vorhanden.
Aber Achtung – es haben sich 7 Fehler eingeschlichen!
Wer sie findet, kann einen Preis gewinnen!

1. Preis: Buchgutschein 25 €
2. Preis: Buchgutschein 20 €
3. Preis: Gutschein für eine Jahresgebühr der Stadtbücherei 

Teilnehmen kann jeder, der in Soest oder Kreis Soest wohnt, arbeitet oder eine Schule besucht (ausgenommen sind die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei).
Gehen mehr als drei richtige Lösungen ein, entscheidet das Los.
Die Preise können nicht in bar ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Geben Sie in der rechten Spalte die Fehler an und geben die Lösung in der Stadtbücherei ab spätestens bis zum 1.3.2013, 19:30 Uhr – Einsendeschluß per Post ist der 26.2.2013 (Datum des Poststempels).

„Luther, die Politik und die Angst – die Reformation in Soest und die Erwartungen an das Lutherjahr 2017“ Vortrag von Dr. Matthias Kamann am 15.2.2013

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Dr. Matthias Kamann (Politikredakteur der „Welt“-Gruppe in Berlin) nimmt die stadtbürgerlichen und politischen Interessen im Soester Refomationsgeschehen von 1532 zum Anlaß, die jetzige Lage des Protestantismus vor dem 500. Jubiläum darzustellen und zu fragen, inwieweit es Berührungspunkte mit gesellschaftlichen und politischen Tendenzen gibt und ob und wie sich damit der theologische Kern des reformatorischen Glaubens verbinden läßt.

Eine Veranstaltung des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V.

Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt frei!