Archiv für den Monat November 2012

Adventskalender

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Noch fünf Tage – dann beginnt der Dezember …

Auf unserer Internet-Seite hat sich schon etwas verändert – die Schneeflocken fallen und das Haus hat ganz neue Türchen bekommen …
Vom 1. Dezember an können Sie täglich ein Türchen im Adventskalender öffnen, hinter denen die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei allerlei Überraschungen versteckt haben!

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Jay Rubin – Murakami und die Melodie des Lebens

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Präludium und „Das 1963/1982-Mädchen von Ipanema“. Boku – Geburt eines Ich-Erzählers. Gehackte Zwiebeln, Prosastücke und „Lausche dem Wind“. Die halb erinnerte Melodie. „Pinball 1973“, „Die Geschichte einer armen Tante“, „Frachtschiff nach China“ und „Ein perfekter Tag für Kängurus“. Die Ohren sauber halten oder „Wilde Schafsjagd“. Etüden. „Glühwürmchen“, „Scheunenabbrennen“ und andere Geschichten. Ein Lied über mich selbst oder „Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt“. Wagner-Ouvertüren und moderne Küchen. „Der zweite Bäckereiüberfall“ und „Der Elefant verschwindet“. Popsong oder „Naokos Lächeln“. Tanz zu einer anderen Melodie. „Tanz mit dem Schafsmann“, „Schlaf“ und „Toni Takitani“. On The Road Again oder „Gefährliche Geliebte“. Ouvertüre zu „Die diebische Elster“ oder „Mister Aufziehvogel“. Der Rhythmus der Erde. „Untergrundkrieg“, „Der Geist von Lexington“, „Sputnik Sweetheart“ und „Nach dem Beben“. Die Musik spielt weiter oder „Kafka am Strand“.

Neben Interpretationen zu und Entstehungen von Haruki Murakamis Romanen und Kurzgeschichten lässt Jay Rubin die unterschiedlichsten Stimmen zu Wort kommen. So z. B. kritische Stimmen von Masao Miyoshi oder dem Nobelpreisträger Kenzaburo Oe, aber auch Stimmen von Literaturwissenschaftlern, Übersetzern und Lesern. Des weiteren beleuchtet Rubin ein wenig die Person Murakami. So werden Fragen beantwortet wie: Wie ist Murakami aufgewachsen? Wie kam er zum Schreiben? Aber auch Fragen seine Literatur betreffend werden gestellt: Warum ist der Hauptcharakter meist ein Durchschnitts-Ich? Das Motiv der Tiere in vielen Geschichten? Der einzige Wermutstropfen sind die Anmerkungen, welche sich ganz am Ende des Buches befinden und so ein wenig den Lesefluss stören. Allerdings beziehen sie sich meist auf englische oder japanische Nachschlagewerke, Artikel, Veröffentlichungen oder private Briefe/Telefonate und können daher – außer vom sehr interessierten Lesern – getrost ignoriert werden. Ansonsten ein Muss für Murakami-Fans.

von A. Helling

„Spielen und Spielzeug – Werkzeug für die kindliche Entwicklung“ – Vortrag von Herbert Beller am 29.11.2012

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Die Bedeutung des Spielens für die kindliche Entwicklung und Informationen über sinnvolles Spielzeug vermittelt ein Vortrag von Herbert Beller, der ab 1968 mit und für Hugo Kükelhaus sinnvolles Spielzeug entwickelt hat.
Nicht nur mit seinem „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ wollte Hugo Kükelhaus auf die Bedeutung vielfältiger sinnlicher Erfahrungen für die kindliche Entwicklung und Bildung aufmerksam machen.
Bereits Ende der 30er Jahre unterstrich er dies durch die Entwicklung des Spielzeugs „Allbedeut“, Holzspielzeuge zur Förderung der Sinne in den ersten Lebensjahren. Das Verständnis für Naturgesetze vermittelte er spielerisch beispielsweise auch mit Entwürfen wie Bauwippe und Balancierkreuz.
Die Erkenntnisse über die Notwendigkeit guten Spielzeugs und die Nachteile von ungeeignetem Material hat Herbert Beller in einem Vortrag zusammengefasst, der sich an alle Eltern und pädagogischen Fachkräfte richtet, die wissen, wie wichtig gutes Spielzeug für die kindliche Entwicklung ist.
Spielen ist die Lebens- und Lernform des Kindes. Doch Spielzeug dient leider nicht immer nur den kindlichen Bedürfnissen, sondern unterliegt häufig zum Beispiel wirtschaftlichen oder auch gesellschaftlichen Interessen. Die Forderungen an gutes Spielzeug und die Folgen von zuviel oder ungeeignetem Material werden im Vortrag eingehend behandelt, mit prägnanten Beispielen dargestellt und deren Wertigkeit – auch im Hinblick auf ökologische Fragestellungen – beschrieben.

Donnerstag, 29.11.2012, 19:00 Uhr
Eintritt frei!

„Lauf zurück ins Leben“ – eine Veranstaltung gegen die Sucht mit Hermann Wenning am 26.11.2012

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Hermann Wenning wurde auf einem Bauernhof im Münsterland geboren. Durch exzessiven Alkoholkonsum wurde er schon in der Jugend alkoholabhängig. Dazu kam einige Jahre später auch die Drogensucht. Wenning begann mit Ecstasy und Amphetaminen und landete schließlich auf Heroin und hing an der Nadel. Er verlor Arbeit, Wohnung, Freunde und lebte als obdachloser Junkie in der Hamburger Drogenszene. Als Dealer, Dieb und Einbrecher finanzierte er sich seinen Drogenkonsum. Mehrmals wurde er inhaftiert.
Doch eines Tages begann er im Gefängnis mit dem Laufen. Ein Justizbeamter wurde auf Wenning aufmerksam und nahm ihn mit raus zu einem Volkslauf. Dieses Erlebnis war der Schlüssel zu einem neuen Leben.
Heute lebt er völlig clean und trocken und ist begeisterter Langstreckenläufer. Inzwischen hat er wieder eine Wohnung, feste Arbeit und viele positive soziale Kontakte.Über seine bewegende Geschichte hat Hermann Wenning ein dramatisches, fesselndes Buch geschrieben:„Lauf zurück ins Leben“
Mit diesem Buch hält er bundesweit Lesungen und Vorträge. In Schulen versucht er Suchtprävention zu leisten und möchte die Jugendlichen vor dem leichtsinnigen Umgang mit legalen und illegalen Drogen warnen.
Auch in Suchtkliniken, Obdachlosenheimen und Gefängnissen tritt er auf. Hier will er Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, zu einem Neustart motivieren.

Eine Veranstaltung im Rahmen der landesweiten Kampagne

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Montag, 26.11.2012 um 19:00 Uhr
Moderation: Klaus Marschall
Eintritt frei!

Wochen-Tipp: „Wunderlicht“ von Brian Selznick

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„Wunderlicht“ erzählt parallel zwei Geschichten von gehörlosen Kindern, die sich einsam und verlassen fühlen: die des 12-jährigen Ben, der 1977 vaterlos in dem kleinen Ort Gunflint in Minnesota aufwächst, und – 50 Jahre früher -die von Rose, die ganz isoliert bei ihrem Vater in Hoboken, New York, lebt.
Als Bens Mutter bei einem Verkehrsunfall stirbt, findet er in ihrem Nachlaß einen Hinweis auf seinen unbekannten Vater – das bringt ihn dazu, sich heimlich nach New York aufzumachen, um dort nach Spuren seiner Herkunft zu suchen. Ebenso wie Rose, die vor 50 Jahren das Panorama von New York täglich von ihrem Fenster aus betrachtet und sich nach der großen Stadt sehnt – auch sie nutzt eine Gelegenheit, ihrer Isolation zu entkommen.
Im American Museum of Natural History (eines der größten Naturkundemuseen der Welt) begegnen sich die Lebensgeschichten der beiden, und Ben erfährt nicht nur, was es mit den Wölfen auf sich hat, die ihn in seinen Träumen verfolgen …
Brian Selznick („Die Entdeckung des Hugo Cabret“) gelingt es überaus eindrucksvoll, die Themen Gehörlosigkeit, Einsamkeit, Freundschaft und die Faszination für das Museum miteinander zu verflechten. Das ganz Besondere aber an diesem Buch ist, wie Selznick (auch ein preisgekrönter Illustrator) Roses Geschichte erzählt: Ausschließlich in packenden Zeichnungen, die genauso aufmerksam gelesen werden wollen und die einem wenigstens eine Ahnung von der Stille vermittelt, die die Gehörlosen umgibt.

Selznick, Brian:
Wunderlicht
München: cbj, 2012
617 S.
ISBN 978-3-570-15458-8

Tipp von Juliane Buff