Archiv für den Monat Oktober 2012

Uwe Jochum – Kleine Bibliotheksgeschichte

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Der Alte Orient. Das Alte Ägypten. Die Ptolemäerzeit. Griechische und römische Bibliotheken. Christentum und frühes Mittelalter. Hoch- und Spätmittelalter. Humanismus und Reformation. Barock und Aufklärung. Von der Säkularisierung der Klosterbibliotheken zur Professionalisierung des Berufsstandes. Abschied von der Universalbibliothek. Die öffentlichen Bibliotheken. Bibliotheken im Nationalsozialismus. Die Bibliotheken auf dem Weg ins Informationszeitalter. Hybride Bibliotheken.

In seiner kleinen Bibliotheksgeschichte zeigt uns Uwe Jochum die Entstehung erster Archive, die dann in Bibliotheken umgewandelt und als Staatseinrichtung nur wenigen zugänglich waren. Dies änderte sich dann bei den Griechen zu ersten öffentlichen Bibliotheken, welche aber bei den Römern schon wieder fast vollständig verstaatlicht wurden und schließlich im Mittelalter nur in Klöstern zu finden waren. Danach war es ein langer Weg bis zur Öffentlichen Bibliothek.

Für interessierte Leser und jene, die sich für die Geschichte der Bibliotheken interessieren ein wunderbares Büchlein. Auch wenn es wegen dem Reclamformat etwas kurz geraten ist, gibt es doch sehr viele Informationen. Leider ist es dank der – teilweise – recht langen Fußnoten sehr holprig zu lesen, bietet aber für weitere Lektüre ein umfangreiches Literaturverzeichnis.

von A. Helling

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„Das Lied der Dunkelheit“ – Peter V. Brett

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„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein, mal etwas anderer, Fantasyroman.
Das Storykonstrukt ist nicht neu. Die Welt wird von Dämonen angegriffen. Das gab es schon viele Male. Doch etwas ist anders. Die Menschen in der, von Brett geschaffenen Welt, leben ganz normal. Sie lachen, gehen auf den Markt und haben alle ihre Probleme. Zumindest ist solange alles normal, bis die ersten Schatten der Nacht aufziehen und die Sonne am Horizont verschwindet. Dann steigen Dämonen aus dem Boden. Dämonen, die unterschiedlicher und grausamer nicht sein könnten. Baumdämonen, Feuerdämonen, Felsendämonen und viele andere, die die Menschen verschrecken, quälen und töten. Die Menschen haben nur eine Chance den grausigen Kreaturen zu entkommen. Sie müssen sich in ihren Häusern verstecken, die mit magischen Runen geschützt sind. Doch ist nur ein Strich falsch gezogen, verwischt oder verdeckt, verlieren die Runen ihre Kraft und die Menschen sind den Dämonen hilflos ausgeliefert.
Als der junge Arlen mit ansehen musste, wie seine Mutter den Dämonen zum Opfer fiel und sich sein Vater aus Angst nicht rühren konnte, kam in ihm der Wunsch auf irgendetwas zu tun. Irgendetwas zu ändern. Als sein Vater kurz nach dem Tod der Mutter eine neue Frau findet, reicht es Arlen und er läuft weg. Er kommt in eine der „Freien Städte“, wo er von einem Kurier aufgenommen wird, der ihn unterwegs aufgegriffen hat. Nach kurzer Zeit beginnt Arlen eine Ausbildung als Runenzeichner.

Leesha dagegen ist ganz anders. Als ihr Dorf einer Katastrophe zum Opfer fiel, stellte sich ihr Talent zum Heilen heraus. Da ihr Verlobter sie hintergangen hatte, im Dorf viele verschiedene Gerüchte den Umlauf machten und ihre Mutter sie tyrannisierte, nahm Leesha das Angebot der alten, brummenden Bruna an und begann eine Ausbildung als Kräutersammlerin.

Und der kleine Rojer war erst drei Jahre alt, als das Haus seiner Eltern einem Dämonenangriff zum Opfer fiel. Er wurde von dem Jongleur Arrik  aufgenommen, der gerade zufällig in dem Gasthof der Eltern ein Zimmer hatte. Nur die Beiden überlebten und Arrik nahm Rojer bei sich auf. Als Rojer alt genug war, begann er eine Ausbildung als Jongleur, um irgendwann in Arriks Fußstapfen zu treten.

Drei unterschiedliche Charaktere, die drei unterschiedliche Wege gehen, um der aussterbenden Menschheit zu helfen und etwas gegen die Dämonen zu tun und sei es nur die Menschen für kurze Momente ihre Sorgen vergessen zu lassen.

Brett bringt dem Leser die drei Hauptcharaktere auf eine angenehme und fesselnde Art näher. Sie sind menschlich und keine „Superhelden“, die innerhalb kürzester Zeit die Welt wieder in Ordnung bringen.Ein spannender Auftakt für die Rettung der Menschheit, oder dem Untergang ihrer Welt.

Tipp von Carolin

Neuheitenpräsentation der Spieltruhe

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Am 17. Oktober fand die Neuheitenpräsentation der Spieltruhe statt. Welche Spiele eignen sich für Öffentliche Einrichtungen? Das wollten neben Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei Soest auch Mitarbeiterinnen aus der Stadtbücherei Lippstadt und Oelde wissen. Es wurden die besten Neuheiten für Familien, für alte Menschen und für Kinder vorgestellt. Unterhaltsam und informativ präsentierten Herr und Frau Silbermann eine breite Auswahl der besten Brettspiel-Neuheiten 2012. Das Kinderspiel des Jahres „Schnappt Hubi“ und das Spiel des Jahres „Kingdom Builder“ durften bei  dieser Veranstaltung natürlich nicht fehlen. Beide Spiele befinden sich bereits in unserem Bestand und können ausgeliehen werden. Zur Zeit bieten wir eine Auswahl von 388 Brettspielen für jedes Alter an.

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Gelesen im Literaturkreis: „Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke

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Das Muschelessen

Auf nicht einmal vier Stunden im Leben einer Familie konzentriert sich die Handlung des Romans. Doch danach ist in dieser Familie nichts mehr wie es vorher war.

Die Mutter und die zwei fast bzw. volljährigen Kinder warten auf den Vater, der von einer Dienstreise zurück erwartet wird. Zur Feier des Tages soll es sein Lieblingsessen geben. Das sind Muscheln. Doch er verspätet sich. Und so warten die Mutter und die Kinder zusammen mit den rohen Muscheln auf seine Rückkehr. Sie beginnen zu reden, machen eine Flasche Wein auf und dann noch eine …

Zuerst verhalten, dann aber immer direkter sprechen sie über ihr Leben unter dem despotischen Vater, der ganz genaue Vorstellungen von einer, insbesondere seiner Familie hat und diese durchsetzt.

Erzählt wird das Muschelessen im Rückblick aus der Sicht der Tochter. So, als ob sie sich ohne Punkt und Komma alles von der Seele reden muss, hat das Buch keinerlei Absätze und sehr lange Sätze. Trotzdem kann man es nicht aus Hand legen und muss es in einem zu Ende lesen. Da es dünn ist, fällt das nicht schwer.

Vanderbeke, Birgit: Das Muschelessen
München: Piper, 2012
Serie Piper ; 7400
ISBN 978-3-492-27400-5

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

„Die Zwerge“ von Markus Heitz

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Das Geborgene Land ist in Aufruhr, seit der steinerne Torweg, einst bewacht von den Fünften, durch Verrat gegen das tote Land fiel. Orks, Oger, Trolle und die gefährlichen Albae bahnen sich ihren Weg durch das Geborgene Land und versetzten die Menschen in Angst und Schrecken.Der junge Zwerg Tundgil, der bei seinem menschlichen, magiekundigen Ziehvater Lot-Ionan aufwuchs und die Bräuche seines Volkes nur aus den Büchern des Magus kennt wird auf einen Botengang geschickt, der sich zu einem großen Abenteuer entwickelt und Tundgil vor ungeahnte Herausforderungen stellt.
Als Anwärter auf den Thron des Großkönigs aller Zwerge, wird er in das Reich der Zweiten gebracht, wo er seinen Anspruch geltend machen soll. Dort muss er sich  gegen den König der Vierten und dessen hinterhältigen Berater behaupten, die einen sinnlosen Krieg gegen die Elben führen wollen. Doch es gibt noch eine weitaus größere Bedrohung, gegen die sich das Geborgene Land behaupten muss. Der  Wettstreit um den Thron des Großkönigs kommt Tundgil zugute und er schlägt eine Reise in das verwaiste Reich der Fünften vor, um in der Esse „Drachenbrodem“ die einzige Waffe zu schmieden, die etwas gegen den verräterischen Magus Nudin und die mit ihm einhergehende Bedrohung ausrichten kann, welche selbst einen gestandenen Zwerg die Hoffnung aufgeben lassen könnte. Doch mit der angeborenen Sturheit der Zwerge scheint diesem kleinen Volk nichts unmöglich. Und so macht sich Tundgil mit seinen treuen Freunden auf in das Reich der Fünften um die Waffe zu schmieden, welche dem Geborgenen Land den Frieden bringen soll. 
Eine fesselnde Geschichte und die erste Herausforderung welche die, durch J.R.R. Tolkien berühmt gewordenen, Zwerge vor sich haben. Jedem, dem das „kleine Volk“ aus „Herr der Ringe“ am Herzen liegt wird sich nicht mehr losreißen können. Absolut empfehlenswert.Tipp von Carolin

Wochen-Tipp: „Die Höhle der vergessenen Träume“ DVD

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Weit zurück in die Vergangenheit führt Werner Herzogs Dokumentarfilm „Die Höhle der vergessenen Träume“:
1994 wurde in Südfrankreich die Chauvet-Höhle entdeckt, in der die ältesten bekannten Höhlenmalereien gefunden wurden: Über 30.000 Jahre sollen die Tierdarstellungen auf dem unebenen Felsengrund alt sein. Entdeckt wurde die Höhle 1994, nachdem sie durch einen Felssturz vor etwa 22.000 Jahren versiegelt wurden.
Zugänglich ist die Höhle ausschließlich für Wissenschaftler, doch Werner Herzog bekam die Genehmigung für seinen Dokumentarfilm unter strengen Auflagen: Mit einem kleinen Team und unter sparsamstem Technik-Einsatz gelang ihm ein faszinierender Film in 3D-Technik.
Staunend können wir diese Tierbilder betrachten – die Menschen in dieser fernen Vergangenheit haben sie genau beobachtet und konnten typische Details ebenso wie Bewegungen perfekt wiedergeben. Wahrscheinlich nicht nur mein Lieblingsbild sind diese Pferde:

Pferdedarstellungen aus der Chauvet-Höhle aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Chauvet-H%C3%B6hle

Vor 45 (!) Jahren durfte ich die Höhle der Cro-Magnon-Menschen in Les Eyzies sehen – ein ungeheuer eindrucksvolles Erlebnis. Und auch meine Eltern haben schon Jahre früher dazu beigetragen, mit ihrer Atemluft die Bilder in der Höhle von Altamira verschimmeln zu lassen. Um uns daher in der Gegenwart einen Eindruck davon zu geben, wie die Cro-Magnon-Menschen lebten, ist es geplant, bis 2014 eine Replik der Höhle zu errichten, in der sogar die Gerüche der Menschen und Tiere, die damals lebten, wahrnehmbar sein sollen.
Wird es dazu kommen? In unmittelbarer Nachbarschaft der Höhle, kaum 30 km entfernt, befindet sich eines der größten Atomkraftwerke Frankreichs …

Die Höhle der vergessenen Träume : die verlorenen Meisterwerke der Menschheit
Stuttgart : Ascot Elite Home Entertainment , [2012]
1 DVD (86 Min.)

Tipp von Juliane Buff