Archiv für den Monat September 2012

Kenzaburo Oe – Stille Tage

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Wegen einer Schreibblockade – hervorgerufen durch eine Krise – verreist der Vater nach Amerika. Früher verreiste er immer alleine, aber da diese Krise größer scheint wird er von der Mutter begleitet. So sieht sich die junge Ma-chan der Aufgabe gegenüber sich alleine um ihre Brüder zu kümmern. Den jüngeren O-chan, der gerade mitten in den Prüfungsvorberei-tungen steckt und den älteren, geistig behinderten I-Ah. Während O-chan relativ gut alleine zurecht kommt, fallen Ma-chan durch I-Ah mehrere Aufgaben zu. So muss sie sich während seiner möglichen epileptischen Anfälle um ihn kümmern; ihn nachts wecken, damit er nicht ins Bett macht, begleitet ihn in die Behindertenwerkstatt, zum Frisör oder zu Herrn Shigeto, I-Ahs Musiklehrer. Doch es geschieht noch mehr in der Abwesenheit der Eltern.

Wie in vielen seiner Werke lässt Kenzaburo Oe auch in diesem die Grenzen von Autobiographie und Fiktion verschwimmen. So hat er z. B. tatsächlich einen behinderten Sohn und zwei „normale“ Kinder. Thematisch wird das Leben, Lieben und Leiden einer jungen Frau zu ihrer Familie, vor allem aber zu ihrem geistig behinderten älteren Bruders geschildert. Hoffnungsvoll erscheint die Figur des I-Ah: sie zeigt, dass man trotz körperlicher oder geistiger Behinderung/Einschränkung ein schönes Leben  führen kann. Eher tragisch erscheint – wenn auch nur kurz oder durch Rückblenden – die Figur des Vaters. Zwar wird darauf hingewiesen, dass er I-Ah mehr als seine anderen Kinder liebt, doch scheint er mit der Situation manchmal nicht klar zu kommen. Sehr lesenswert!

von A. Helling

Des weiteren von Kenzaburo Oe in der Soester Stadtbücherei ausleihbar: „Verwandte des Lebens“ und „Die Brüder Nedokoro“.

David Chauvel & Xavier Collette – Alice im Wunderland

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Alice folgt einem kleinen weißen Kaninchen in dessen Bau. Doch anstatt in einer Höhle zu landen fällt sie immer tiefer ins Erdreich. Als sie endlich ankommt findet sie sich in einem Raum mit fielen Türen. Auf einem Tisch findet sie einen Schlüssel. Doch der passt nur in eine winzig kleine Tür. Als sie von einer Flasche trinkt, schrumpft sie zusammen. Nun kommt sie aber nicht mehr an die Tür. Auf dem Boden steht eine Keksdose. Als Alice davon ist wird sie wieder groß. Nach einigem Hin und Her landet Alice in einem Wunderland und trifft auf viele merkwürdige Gestalten.

Ein niedliches Kaninchen mit nackte Angst in den Augen. Eine Alice wie eine Gothic-Lolita. Die Raupe Absalom gleicht einer Statue aus Stein. Die teufelsgleiche Grinsekatze. Der zombihafte Hutmacher. Der Märzhase aus der Klappsmühle. Die unterwürfigen Kartensoldaten. Die jähzornige Herzkönigin. Die altbekannten Figuren werden von den Zeichnern David Chauvel & Xavier Collette in ein düsteres und dabei schönes Gewand gepackt.

von A. Helling

Kunden- und Bürgerbefragung der Stadtbücherei noch bis zum 23. September

Haben Sie schon bei unserer Umfrage mitgemacht? Noch bis Sonntag, 23.9.2012, haben Sie Gelegenheit, Ihre Meinung zu äußern über

  • unsere Öffnungszeiten
  • unsere Dienstleistungen
  • Ihre Zufriedenheit (oder auch Unzufriedenheit!) mit unserem Angebot
  • die Erreichbarkeit der Stadtbücherei

… und vieles andere mehr!

Mit Ihrer Teilnahme ermöglichen Sie uns, Ihren und unseren Ansprüchen gerexcht zu werden.

Die Daten werden vollständig anonym entsprechend der Datenschutzrichtlinie 95/46/EG gespeichert.

Hier gehts zum Online-Fragebogen!

Lesung „Ziemlich beste Freunde“ mit Frank Röth am 27.9.2012

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„Ziemlich beste Freunde – das zweite Leben des Philippe Pozzo di Borgo“ ist die bewegende Lebensgeschichte eines erfolgreichen Geschäftsmanns, der nach einem Gleitschirmunfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Auf  der Suche nach einem Pfleger findet er in dem arbeitslosen Ex-Sträfling Abdel nach vielen Höhen und Tiefen einen „ziemlich besten Freund“.

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Der Schauspieler und Synchronsprecher Frank Röth hat Francois Cluzet, den Darsteller des Philippe im Film,  synchronisiert und auch das Hörbuch zu Autobiographie eingesprochen.

Auf Einladung der Stadtbücherei und der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft Kreis Soest (BAKS) liest Frank Röth aus dem Buch am

Donnerstag, 27. September 2012 um 19:00 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Gelesen im Literaturkreis: „Das Jahr des Hasen“ von Arto Paasilinna

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Der Journalist Vatanen ist zusammen mit einem Fotografen auf dem Rückweg von einem Termin, als ihnen ein Hase ins Auto läuft. Vatanen sucht das verletzte Tier und kümmert sich darum. Dem Fotografen dauert das zu lang und er fährt davon. Vatanen sitzt mitten in der Nacht mit einem Hasen in der finnischen Einsamkeit. Dieses Ereignis nimmt er zum Anlass über sein Leben nachzudenken und es grundlegend zu ändern. Er kehrt erst gar nicht mehr nach Hause zurück sondern beginnt, sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten – den Hasen immer dabei.

Jeder Job ist eine neue Geschichte und je weiter das Buch fortschreitet, desto absurder und skurriler die Ereignisse. Das macht aber nichts, denn der Held ist der liebenswerte Vatanen mit seinem Hasen. Und in dem Moment, als das Buch mit immer noch einer Story langweilig zu werden droht, folgt ein völlig unerwarteter Schluss, der hier aber nicht verraten wird …

Paasilinna, Arto:
Das Jahr des Hasen
Bastei-Lübbe, 2003
ISBN 978-3-404-92030-3
7,99 €

Elisabeth Dietz, Literaturkreis

„Heilenergetik“ – Vortrag mit Petra Schönhoff am Dienstag, 25.9.2012

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Heilenergetik kann eine Möglichkeit sein, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren – als Präventivmaßnahme oder um einen Genesungsprozeß zu unterstützen.
In vielen alten Kulturen war die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ein fester Bestandteil der Heilkunde.
Wie Heilenergetik wirkt und was sie leisten kann, berichtet Petra Schönhoff (In Balance – Ausbildungszentrum für alternative Heilmethoden) am
Dienstag, 25. September 2012 um 19:00 in der Stadtbücherei.

Der Eintritt ist frei!

Kleidung in der Literatur des Mittelalters – Vortrag am 20.9.2012

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Am Donnerstag, den 20. September hält Frau Dr. Franziska Dokter um 19.00 einen Vortrag über Kleidung im Mittelalter bis Mitte des 15. Jahrhunderts, wie sie sich in der Literatur spiegelt.

 

Wenn wir lesen dass eine Frau ein Seidenhemd näht, bedeutet das z.B. dass sie eine reiche Frau ist. Jemand der mit einem Lammfell bekleidet ist, hat nicht viel Geld und wenn jemand gut betucht ist, kann er sich gute Stoffe leisten. Das sind nur einige Beispiele aus dem vielversprechenden und interessanten Vortrag.

Zum Abschluss gibt es einen kleinen Umtrunk und Gelegenheit Fragen zu stellen und mit einander ins Gespräch zu kommen.

Eintritt frei!