Archiv für den Monat Juli 2012

Atsushi Ohkubo – Soul Eater (1-5)

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Die junge Sensenmeisterin Maka hat mithilfe ihrer Dämonensense Soul Eater schon 99 böse Menschenseelen eingefangen. Nun fehlt nur noch die Seele einer Hexe, damit Maka aus Soul Eater eine ultimative Waffe für Shinigami, den Todesgott herstellen kann. Doch Hexen sind nicht einfach zu besiegen, schon gar nicht Blair. Es braucht vier Anläufe um die Seele zu ergattern. Leider stellt sich heraus, dass Blair keine Hexe, sondern eine magisch begabte Katze ist. Alle Seelen umsonst gefangen. Nochmal alles von vorn anfangen. Der Schattenmeister Black Star und seine magische Waffe Tsubaki wollen eine Abkürzung nehmen. Sie versuchen die starke Seele (entspricht 99 normalen Seelen) von Mifune zu bekommen. Da dieser Leibwächter einer Hexe ist wollen die Beiden zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Auch Shinigamis Sohn – Death The Kid – ist mit seinem Pistolenpaar, den Thompson Sisters auf Seelenjagd. Im Kampf gegen den Chaospharao und seine Mumien können sie viele Seelen einfangen. Leider werden sie ihnen von Shinigami wegen der zerstörten Pyramiden wieder abgenommen. So sind alle wieder auf null. Und zu allem Überfluss beginnt der Unterricht an der Shibusen-Schule wieder.

Schräge Charaktere. Zombihafte Monde. Dämonische Sonnen. Kultige Gebäude. Der Manga von Atsushi Ohkubo ist herrlich abgedreht. Mit viel Situationskomik und leider manchmal recht flachen Witzen. Allerdings kann der Zeichenstil einiges wieder weht machen. Eine – manchmal nicht sehr – originelle Geschichte (ein Doktor namens Frank Stein) für kurzweiliges Vergnügen. Man muss es mögen, um es zu mögen.

von A. Helling

Onigamiden – Legende Of The Millennium Dragon

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Japanisches Mittelalter: Ein kleines Dorf in der Nähe der Hauptstadt wird von Oni (jap. Dämon/Dämonen) heimgesucht. Doch die Samurai des Kaisers stehen schon bereit. Unterstützt werden sie von Magiern. Die Oni haben ebenfalls Magie auf ihrer Seite und erschaffen ein riesiges Steinmonster, welches schwere Schäden anrichtet. Den Samurai kommt der buddhistische Mönch Gen’un zur Hilfe. Er kann die Oni zurückschlagen. Gegenwart: Der unscheinbare Schüler Jun Tendo spielt mit einem Akita, als er plötzlich von einem Oni angegriffen und gejagt wird. Jun flieht in einen Tempel, den der Oni nicht betreten kann. Dort trifft er auf den Mönch Gen’un, der ihm von der Vergangenheit der Menschen und der Oni erzählt. Jun erfährt, dass er in dieser Auseinandersetzung eine entscheidende Rolle spielen soll. Ohne es zu bemerken gelangt Jun ins Mittelalter. Er soll einen legendären Drachen gegen die Oni steuern.

In dieser schön gezeichneten, farbenfroh umgesetzten Geschichte, geht es um die Vertreibung der Ureinwohner – der Oni – durch die Menschen. Es geht um zwei Wahrheiten und darum welche der neutrale Auserwählte als seine empfindet. Nebenbei kann man noch ein wenig über die Japanische Geschichte (ehemalige Städtenamen, Japaner gegen Ainu = Menschen gegen Oni) oder die Mythologie (z. B. Tsuchigumo, die Riesenspinnen; die vier Himmelswächter; Susanno oder der achtköpfige Drache Yamata no Orochi) lernen.

von A. Helling

Gantz – Spiel um dein Leben & Gantz – Die ultimative Antwort

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Ein Mann fällt in der U-Bahn  auf die Schienen. Kato springt selbstlos hinterher. Da er es alleine nicht schafft dem Mann zu helfen bittet er die Umstehenden um Hilfe. Er entdeckt seinen ehemaligen Schulkameraden Kei, den Kato überreden kann. Doch sie schaffen es nicht und werden vom Zug erfasst. Anstatt zu sterben finden sich die zwei in einer Gruppe von anderen Menschen, in einer abgeschlossenen Wohnung. An der Wand steht eine große schwarze Kugel. Während die Gruppe berät wo sie sind und wie sie alle gestorben sind wird von der Kugel eine nackte Frau materialisiert. Von der Kugel bekommen sie Aufträge, Kleidung und Waffen. Nach dem Tot von Kato und einem abgebrochenem Selbstmord will Kei mit aller Macht die 100 Punkte erspielen.

Die zurückgezogen lebende Schauspielerin Yutsuriko Aikawa bekommt via Post eine Miniaturausgabe von Gantz. Damit erhält sie den Auftrag vier Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Dadurch soll sie Schlüssel zum Raum bekommen und Gantz neue Spieler. Die vierte Person ist Tae Kojima – die Freundin von Kei, der beinahe die 100 Punkte erreicht hat. Auf der anderen Seite interessieren sich ein Privatermittler und eine Untergrundgruppe für die Leute und Geschehnisse um Gantz. Plötzlich taucht Kato in der realen Welt auf, wirkt aber verändert. Außerdem ist er noch auf der Totenliste abgebildet. Die Welt von Gantz verändert sich. Nichts ist wie zuvor. Was wird passieren?

Zwiebelaliens. Explodierende Körper. Räume voller Blut. Ein Mann in einer Kugel. Futuristische Waffen und Kampfanzüge. Aber auch tiefe Gefühle wie Liebe und Freundschaft. Psychedelischer Sci-Fi-Horror vom Feinsten. Mit innovativen Ideen gelingt es den Manga/Anime in ein packendes Spektakel umzuarbeiten.

von A. Helling

Mirko Tomasini – Das Leitwolf-Training

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Mirko Tomasini erklärt dem Leser, wie er der „Leitwolf“ seines Hundes werden kann. Die Position des „Leitwolfes“ zu übernehmen bedeutet, dem Hund Sicherheit zu geben, in dem wir aktiv Situationen regeln. So kann der Hund uns Verantwortung überlassen und sich entspannt auf gemeinsame Erlebnisse mit uns freuen. Der erste Schritt besteht darin, zu beobachten wie der Hund sich in bestimmten Situationen verhält, also zu lernen, seine Körpersprache zu „lesen“. Dies ist die Voraussetzung, um mit dem Hund in seiner „Sprache“ zu kommunizieren.

Unterteilt wird das flüssig geschriebene Buch in drei Hauptkapitel: Führung, Spiel und Teamwork. Jedes Kapitel beginnt mit der Erklärung der theoretischen Hintergründe, gefolgt von den praktischen Übungen. Die Übungen sind sehr gut erklärt und von hilfreichen Abbildungen begleitet . Des weiteren wird erläutert, wie die Übungen im Alltag weiter helfen bzw. diesen erleichtern. Auch mit der Frage: „Was tun, wenn es nicht klappt?“ lässt uns der Trainer nicht alleine stehen, da er immer wieder Ratschläge und Tipps erteilt, die helfen das „Leitwolf-Konzept“ umzusetzen. An Fallbeispielen zeigt Mirko Tomasini wie sprachfreie Kommunikation mit Hunden aussehen kann. Die immer wiederkehrenden reflektorischen Fragen, bringen einen zum Nachdenken über sein eigenes Verhalten. Mit dem übersichtlichen Aufbau ist Mirko Tomasini ein wunderbares Buch gelungen, mit dem man schon nach den ersten Zeilen arbeiten möchte.

von A. Helling

Geständnisse – Cofessions

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Eine Lehrerin tritt vor ihre Klasse und erzählt ihnen die Geschichte ihrer vierjährigen Tochter Manami. Die Geschichte ihres Todes. Eines Unfalltodes, da sie in einem Schwimmbecken ertrank. Die Lehrerin ist aber der festen Überzeugung, dass es Mord war. Und dass es ein Schüler ihrer Klasse war. Sie gibt aber die Namen nicht Preis, sondern nur, dass es zwei Täter waren. Sie gesteht den Schülern, sie habe in der Milch der beiden Täter HIV infiziertes Blut beigemischt. Die Klasse scheint zu wissen, wer die Täter sind. Damit beginnt aber erst der Nervenkitzel.

Der größtenteils monologisch aufgebaute Film geht auf die Psyche. Gegenseitige Beschuldigungen. Mobbing in der Klasse. Gemeinsames Verschweigen vor dem neuen Lehrer. Massenpanik. Aufgesetzte Freundlichkeit. Ein Junge der zum Hikikomori wird, sich nicht mehr aus dem Haus dann bald nicht mehr aus dem Zimmer wagt. Die Bildersprache des Films ist sehr düster. Die rar gesäten Farbpunkte in Form von Handydisplays, bunten Haar- und Armbändern oder dem glänzenden Blut an Händen, Kleidern und Wänden wirken eher surreal und lassen die Szenen noch düsterer Wirken. Psychologisches Hin und Her bis zur letzten Minute.

von A. Helling

Ponyo, das große Abenteuer am Meer

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Das Goldfischmädchen Ponyo reist mit Hilfe zweier Quallen durch das Meer. Vor der Küste kann sie zwar knapp einem Fischkutter entkommen, bleibt aber in einem weggeworfenem Glas stecken. Der Junge Sosuke rettet sie daraus und nimmt sie mit sich nach Hause. Der Unterwassermagier Fujimoto – einstmals ein Mensch und Ponyos Vater – holt seine Tochter wieder zurück. Doch gelingt es Ponyo zu fliehen. Sie will mit Hilfe ihrer Magie ein Mensch werden und zu Sosuke. Mit einem Taifun aus Fischwellen gelingt es Ponyo – mittlerweile zum Mensch geworden – zurück an Land zu kommen. Doch geht das gut?

In den ersten Minuten wird sich mit schillernden bunten Bildern ganz auf die Schönheit der Unterwasserwelt konzentriert. Daneben wird – wie bei Chibli bzw. Hayao Miazaki üblich – wird auch hier mythologisches mit realem gemixt. In einigen Szenen gibt es – auch sehr typisch für Miazaki – gesellschaftliche Anklagen. Wie beispielsweise die Überfischung der Meere oder die Verschmutzung eben dieser. Ein bezaubernder Film in der Tradition von „Königreich der Katzen“ oder „Prinzessin Mononoke“.

von A. Helling

Babys

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Ponijao wird in der Nähe von Opuwo, Namibia geboren. In Tokio, Japan erblickt die kleine Mari das Licht der Welt. Bayar wächst in der Weite der Steppen von Bayandchandmani, Mongolei auf. In San Francisco, USA lebt die kleine Hatti. Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Kulturen, doch Babys sind doch überall gleich.

Mit schönen, intimen, traurigen und lustigen Bildern wird der Alltag der Eltern und der Babys vor und nach der Schwangerschaft, bis hin zum Kleinkindalter gezeigt. Ein Film zum Schmunzeln. Der aber auch zeigt, dass wir doch alle nicht so verschieden sind.

von A. Helling