Archiv für den Monat Dezember 2011

„Zerbrechliche Dinge“ von Neil Gaiman

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In diesem Buch von Gaiman sind über 10 Erzählungen gesammelt und jede hat einen ganz eigenen Charakter. Die Geschichten sind zum Teil verwirrend und irreal, aber dadurch so fesselnd, dass man sie gerne weiter verfolgt. Scheinbar alltägliche Situationen vermischen sich mit befremdlichen Ereignissen, manche Geschichten sind so gestrickt, dass am Ende viele Fragen offen bleiben und dass man vergeblich nach der Pointe sucht. Und vielleicht irgendwann festgestellt, dass es einfach keine gibt. Dann nimmt man sich eben die nächste Erzählung vor, die mit der vorherigen ganz sicher nichts gemeinsam hat. Eine Frage, die wahrscheinlich immer offen bleibt, ist: was genau möchte Neil Gaiman mir damit sagen?

Gaimans „Zerbrechliche Dinge“ sind tiefgründiger als sie auf den ersten Blick scheinen und nicht leicht zu interpretieren. Für manchen Leser wird das eine Herausforderung, für den anderen eine wahre Freude sein. Wenn Sie sich jetzt denken, dass dieses Buch nichts für Sie ist, sollten Sie vielleicht einen Roman (eher zur Unterhaltung geeignet) von Gaiman lesen. Die Stadtbücherei Soest hat „American Gods“, „Sternwanderer“ und noch einige andere Bücher von ihm im Bestand. Und wenn Ihnen der Schreibstil von Neil Gaiman nicht gefällt, können Sie die Bücher einfach ungelesen wieder zurückgeben. Das Lesen von Gaimans Büchern lohnt sich aber auf jeden Fall!

Tipp von Fee

Gaiman, Neil: Zerbrechliche Dinge: Geschichten und Wunder

Stuttgart: Klett-Cotta, 2010

ISBN: 978-3-608-93876-0

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„Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Adel“ von Sergej Lukianenko

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Wenn man den Titel liest, denkt man zunächst, dass es sich um ein Kinderbuch, allenfalls noch ein Jugendbuch handelt. Wenn man den Autor jedoch kennt, weiß man, dass da noch viel mehr hintersteckt. Lukianenko hat einen kurzweiligen, lustigen und gleichzeitig spannenden Fantasyroman geschaffen, der (auch) für Erwachsene geschrieben ist. Für Leser von Terry Pratchett ist die humoristische Fantasy nichts Neues und auch bei „Trix Solier“ gibt es viele Szenen zum Schmunzeln und Lachen, wobei diese der Spannung keinen Abbruch tun.

Der Co-Herzog Solier wird durch einen Putsch vom Co-Herzog Gris vom Thron gestoßen und ermordet, die Herzogin Solier begeht Selbstmord. Trix Solier dagegen wird von Gris verschont – mit der Begründung, dass sein feiger Sohn einen würdigen Gegner bekommen soll. Trix flüchtet und schwört Rache. Doch wie soll der das anstellen? Sein Plan ist, sich vom Knappen zum Ritter hochzuarbeiten, um dann eines Tages Herzog Gris zum Duell herausfordern zu können. Doch es kommt ganz anders. Als Trix, mittlerweile Knappe von Ritter Sir Paclus, mit diesem in ein Gefecht gegen den Zauberer Sauerampfer zieht, stellt er fest, dass seine Sprüche magische Kraft haben. Das bemerkt auch Sauerampfer und so wählt Trix den Weg als Zauberlehrling, um Herzog Gris zu besiegen. Doch bis Trix ein richtiger Zauberer wird, muss er noch manche Prüfung bestehen und lernen, die magischen Worten wirklich zu beherrschen.  Denn diese sind nicht immer genau: So zaubert sich Trix gleich zu Beginn eine verliebte und rauschkrautsüchtige Fee an den Hals.

Ein spannendes Abenteuer mit vielen witzigen Einfällen beginnt. Zum Beispiel wird der Leser an der Erfindung des Fast-Food teilhaben… Absolut lesenswert und auch als Hörbuch klasse! März 2012 wird voraussichtlich ein zweiter Teil mit Geschichten von Trix Solier erscheinen, wobei man darauf nicht warten muss, da der erste Teil in sich abgeschlossen ist.

 

Tipp von Fee

 

Lukianenko, Sergej: Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Adel

2010 , 584 Seiten, ISBN 3407810741

Wochentipp: „Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Eine meiner Lieblingsweihnachtsgeschichten ist der Brief des Chefredakteurs der Zeitung „The New York Sun“ an ein kleines achtjähriges Mädchen namens Virginia O’Hanlon.

Diese schrieb im Jahre 1897 an Francis Pharcellus Church:

„Lieber Redakteur.
Ich bin acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Mein Papa aber sagt, wenn es in „The sun“ steht, ist es wahr.
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Die Antwort, die der Redakteur darauf schrieb, wurde bis zur Einstellung der Zeitung 1950 jedes Jahr auf der Titelseite abgedruckt. Auch heute noch lesen viele Menschen diese Zeilen in der Weihnachtsausgabe ihrer Zeitung.

„Virginia, deine Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. […]
 Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. […]
Es gäbe dann keinen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, gar nichts, was das Leben erst erträglich macht. […]
Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen. Aber selbst, wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? […]
Niemand kann die wirklich wichtigen Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen. […]

Der Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig!
Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen!

Frohe Weihnachten, Virginia.

Dein Francis Church“

Den kompletten Text finden Sie im Internet oder auch in Geschichtensammlungen wie z.B. in:
Vom Zauber jener Nacht
Freiburg : Herder, 2001
ISBN 3-451-27589-9.

Das ist vielleicht einmal eine etwas andere Weihnachtserzählung, aber gerade an Heiligabend wunderschön vorzulesen.

Tipp von: Alexandra Eckel


Sind Sie ein Recherchefuchs?

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Wenn Sie an den Feiertagen mal gerade nichts Besseres zu tun haben und die Stadtbücherei geschlossen ist: Testen Sie doch mal Ihre Informationskompetenz am Recherchomat! Dann erfahren Sie auch gleich, ob Sie ein Recherchefuchs sind oder etwa ein Bienchen, ein Krebs oder gar ein Hühnchen …

Macht Spaß – und bitte sehr: Ich bin natürlich ein Recherchefuchs …

Wochen-Tipp: „Das Haus der Madame Rose“ von Tatiana de Rosnay

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Paris, 1868: Napoleon III. hat große Pläne, die Stadt umzugestalten. Mit der städtebaulichen Modernisierung ist Präfekt Haussmann beauftragt, der radikal vorgeht: den breit angelegten neuen Straßenzügen fallen große Teile des alten Paris zum Opfer. Auch die Witwe Rose Bazelet bekommt einen Brief der Stadtverwaltung – ihr Haus in der Rue Childebert soll dem neuen Boulevard St. Germain weichen. Die Aufregung in der Nachbarschaft ist groß, aber alle Empörung nützt nichts, Eingaben an den Präfekten werden abgewiesen. Irgendwie arrangiert man sich – nur Madame Rose bleibt fest entschlossen in ihrem Haus, mit dem sie so viel verbindet.
In Briefen an ihren vor 10 Jahren verstorbenen Mann läßt sie ihr Leben in der Rue Childebert an sich vorbeiziehen. Unterstützt vom Lumpensammler Gilbert und der Blumenhändlerin Alexandrine versteckt sie sich im Keller ihres Hauses in der schon ganz verlassenen Straße und wartet auf den unvermeidlichen Abriß, denn das Haus bedeutet ihr mehr als jede Entschädigung.
Auch wenn nicht viel Dramatisches passiert in diesem schmalen Buch, fasziniert es durch seine bewegenden Schilderungen.

 Rosnay, Tatiana de:
Das Haus der Madame Rose
Berlin: Bloomsbury, 2011
238 S.

Tipp von Juliane Buff

Literarischer Spaziergang im Advent: Freitag, 16.12. um 16:30 Uhr

Wir laden Sie ein zu einem neuen literarischen Spaziergang durch Soest unter dem Motto „Weihnachtsstimmung“. Die Tour mit Büchereileiterin Alexandra Eckel startet um 16:30 Uhr beim Osthofentor. Die Teilnahme ist kostenlos.
Auf dem Spaziergang durch die Soester Gräften hören Sie Heiteres, Besinnliches und Spannendes aus der Advents- und Weihnachtszeit.
Der Spaziergang beginnt in der Abenddämmerung (bringen Sie doch eine Laterne mit!) und dauert etwa eineinhalb Stunden.
Vorgetragen werden Auszüge aus den folgenden Werken: „Der Weihnachtsmann kann einpacken: Ein Elch packt aus“; „Tödliche Gaben: Die spannendsten Weihnachtskrimis“; „Vicky und der Weihnachtsengel“; „24 Geschichten aus der Weihnachtswerkstatt: Die schönsten Geschichten über Weihnachtsmann und Co.“; „Mein Weihnachten: 100 erlebte Geschichten“.

Geschenkidee zu Weihnachten

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Sind Sie noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken? Immer eine gute Idee ist unser Geschenkgutschein für eine Jahresgebühr der Stadtbücherei Soest!

Natürlich freut sich die Stadtbücherei auch über Geschenke:  Wenn Sie einen Betrag auf ein Sonderkonto bei der “ekz bibliotheksservice” überweisen, helfen Sie damit, den Bestand der Stadtbücherei attraktiv und aktuell zu halten – entsprechende Überweisungsträger erhalten Sie bei uns. Der gespendete Betrag kommt ohne Abzüge oder Verwaltungskosten in voller Höhe der Stadtbücherei Soest zugute.