Archiv für den Monat Oktober 2011

Wochen-Tipp; „Das Heidi-Kochbuch“ von Dorothea Binder

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Als die Kollegin Brigitte Weber mir eine Zeitschriften-Rezension des „Heidi-Kochbuchs“ zeigte, waren wir uns sofort einig: Dieses Buch müssen wir anschaffen – wollten wir doch schon seit der Kinderzeit nach der Lektüre von Johanna Spyris „Heidi“ schrecklich gern den Käse so essen wie Heidi beim Alp-Öhi. Jetzt endlich wissen wir, wie man’s macht: Auf Seite 54 steht das Rezept!
Großvater, Heidi und der Geißenpeter probieren etwa 70 Rezepte der „Schweizer Urküche“ aus, die gar nicht so schwierig sind. Aus Kartoffeln, Nudeln, Zwiebeln, Käse, Gemüse oder allem, was man eben vorrätig hat, lassen sich herrliche Mahlzeiten herstellen. Großvater nimmt sich dann gern gleich zwei Portionen davon (deshalb wohl sind die Rezepte auch für vier Personen berechnet), Heidi macht sich lustig über die seltsamen Namen der Gerichte: Chriesiprägel, Chrüsimüsi oder Brösmelisuppe Tutswit – und wenn Geißenpeter, der sehr gern Fleisch ißt, auch mal kocht, haben Heidi und Großvater erst mal ernste Bedenken (wenn das mal gut geht … hoffentlich wäscht er sich auch vorher die Hände …), müssen dann aber staunen, wie lecker das ist.
Obendrein ist das Buch ganz entzückend illustriert – da weiß man gar nicht, was am besten schmeckt!

Binder, Dorothea:
Das Heidi-Kochbuch : Schweizer Rezepte / Dorothea Binder. Mit Bildern von Hannes Binder
München: Nagel & Kimche, 2010
75 S.

Tipp von Juliane Buff

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Wochen-Tipp: „Das finstere Tal“ von Thomas Willmann

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Ein Hochtal in den Alpen Ende des 19. Jahrhunderts: Kurz vor Anbruch des Winters erscheint ein Fremder auf einem Maultier in dem abgelegenen Dorf, das nur durch einen schmalen Zugang zu erreichen ist. Er stellt sich als Kunstmaler vor, wird aber von den mißtrauischen Dorfbewohnern nicht gerade freundlich empfangen. Erst als er beweist, daß er für seinen Aufenthalt außerordentlich gut bezahlen wird, gestattet die Familie des alten Großbauern Brenner sein Bleiben, und der Greider – so der Name des Fremden – kann sein Quartier aufschlagen bei der Witwe Gader und ihrer Tochter Luzi.
Greider durchstreift die Landschaft mit seinem Skizzenblock, sucht aber nicht den Kontakt zur Dorfbevölkerung. Bald fällt der erste Schnee, und der Rückweg in die Ebene ist abgeschnitten. Aber das beunruhigt den Greider nicht, denn genau das hat er beabsichtigt.
Kurz nach Anbruch des Winters verunglücken zwei Söhne des Brenner-Bauern auf schreckliche Weise, scheinbar natürliche Unfälle bei der Waldarbeit – doch da der Leser schon weiß, daß der Greider außer einem Frauenportrait, das ihm offenbar sehr wichtig ist, auch ein sorgfältig gepflegtes Gewehr in seiner Kammer aufbewahrt, ist es mit der vermeintlichen Heimatroman-Idylle bald zu Ende. Hier gibt es eine offene alte Rechnung …

In der Danksagung am Schluß des Buches schreibt der Autor: „Und schließlich ziehe ich wahlweise den Tiroler- oder Cowboyhut vor jenen beiden, denen dieses Buch als (etwas seltsames Paar von) Schutzheiligen anempfohlen sein: Ludwig Ganghofer und Sergio Leone“ – ich mußte auch an Karl-May-Lektüre in früher Jugend denken: Eine ungewöhnliche, aber empfehlenswerte Mischung!

Willmann, Thomas:
Das finstere Tal
Frankfurt am Main: Büchergilde Gutenberg, 2011
314 S. 

Tipp von Juliane Buff

„Treffpunkt Bibliothek“

Zum Start der Kampagne „Treffpunkt Bibliothek – Information hat viele Gesichter“ vom 24.-31. Oktober hat der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) einen eigenen Kanal auf Youtube eröffnet. Sehen Sie hier den aktuellen Bibliotheksfilm, entstanden in Kooperation mit der Filmakademie Ludwigsburg in einem Wettbewerb unter Studenten und ehemaligen Studierenden. Viel Spaß beim Ansehen – und dann können Sie ja …
„… auch einfach mal vorbeikommen – eine Bibliothek gibt’s ja schließlich in jeder Stadt!“

„Wachsender Dank“

Machen Sie zufällig in nächster Zeit einmal Urlaub auf der Nordseeinsel Amrum? Dann versäumen Sie nicht, den Dünen-Schutzwald bei Süddorf aufzusuchen. Dort wird im November ein weiteres Bäumchen gepflanzt, gestiftet von der ekz.bibliotheksservice GmbH, die uns jetzt dies mitteilte:

„Wir danken Ihnen, dass Sie uns mit der Einrichtung Ihrer Bibliothek betraut haben. Als Zeichen unserer Verbundenheit mit Ihnen pflanzen wir einen Baum für Sie.
In Ihrem Namen wird 1 heimischer Baum (entsprechend der natürlichen Waldgesellschaft) im Herbst 2011 im Dünen-Schutzwald auf der Nordseeinsel Amrum gepflanzt.“

Wie es mit dem Soester Bibliotheksbäumchen weitergeht, können Sie auf der Internetseite des gemeinnützigen Vereins Triversion e.V. erfahren und sich durch das Zertifikat über den aktuellen Stand des Pflanzungsprojekts informieren.

Wochentipp: „Nennt mich nicht Ismael!“ von Michael Gerard Bauer

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Der 14- Jährige Schüler Ismael Leseur wird tagtäglich von dem gleichaltrigen Barry Bagsley gemobbt. Nach eigener Ansicht denkt der leicht negativ eingestellte Ismael, von einer  schweren Krankheit betroffen zu sein. Nicht von irgendeiner Krankheit, vom Ismael- Leseur- Syndrom.

Nicht nur, dass er seinen eigenen Namen als Strafe ansieht, er ist wegen seiner Benennung andauernd Beleidigungen und Anspielungen ausgesetzt. Mittlerweile nimmt er die Verbalisierung seines Namens hin.

Ismael ist eine Figur aus Herman Melvilles berühmten Roman „Moby-Dick“.  Zu Ismaels Pech, sind seine Eltern große Fans des Buches. Ismael persönlich hat es nie und wird es nie lesen, dass hat er sich fest vorgenommen.

Seit dem Tag, als er seinen Namen erhielt, so glaubt zumindest Ismael, hat das Schicksal sein Leben bestimmt. An seiner alten Schule war das Namensproblem noch nicht so ausgereift, wie an der neuen Schule nach dem Wechsel, wo er auch zum ersten Mal Barry Bagsley begegnete. Seither hat Ismael sogar ein Wochenplan ausgeklügelt, wie er  Barry best möglichst aus dem Weg gehen kann.

Eine gewisse Zeitlang kommt Ismael so durch, bis Barry mit seiner Gruppe einen kleinen Jungen terrorisiert. Ismael sieht das ganze mit an und weiß nicht, was er damit anrichtet. Er zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich und im Nachhinein ist er fest der Meinung, dem Jungen nicht wirklich geholfen zu haben.

Eine weitere Wendung bringt auch noch der neue Schüler James Scobie mit sich, der schon alleine vom Äußeren das perfekte Mobbing- Opfer für Barry Bagsley und seine Bande zu seinen scheint.  Er muss sich ausgerechnet neben Ismael setzen, doch zu seinen Überaschen, ist James ein wortgewandter Junge, der Barry Paroli bieten kann. Da er der erste ist und zudem auch noch neu, ist Ismael völlig beeindruckt. James Scobie scheint vor nichts Angst zu haben und das hat er anscheint wirklich nicht mehr, seit dem er ein Tumor ab Hirn wegoperieren ließ. Barry hat es schwer, die Oberhand bei James zu behalten.

Als James Scobie auch noch ein Gedicht für die Schulsport Mannschaft für Rugby schreibt, erobert er die Schüler- und Lehrerschaft. Ismael bleibt dabei immer im Hintergrund. Als James dann auch noch ein Debattierclub gründet, wird auch Ismael, der eigentlich alles andere als Interessiert ist, Reden vor anderen zu halten, mit einbezogen. Insgesamt sind es 5 Jungen im Debattierclub, die wirkliche Freaks und Nerds zu seinen schein. Eine richtige Losergruppe, die es wohl zu nichts schaffen wird, wie Ismael denkt.

Da gibt es Orazio Zorzotto, der anscheint immer gutgelaunt und voller Optimismus ist, außerdem ist sein Interesse ans weibliche Geschlecht mehr als ausgereift.

Bill Kingsley, der in seiner eigenen Science- Fiktion- Welt lebt und von normalen Dingen auf Erden eher weniger versteht.

Ignatius Prinabel, der eher eine Suchmaschine für Zahlen, Daten und Fakten ist, als ein Mensch und zu guter Letzt:

James und Ismael selbst.

Nur unter der Versprechung nicht Reden zu müssen, willigte Ismael ein, doch das bleibt natürlich nicht so. Die Fünf Jungs gewinnen einige Wettbewerbe und wachsen mit der Zeit zusammen, wie Freunde.

Seine zunehmende Aktivität im Reden entwickelt sich allerdings zu einem Desaster, als er vor allen Leuten bei einer Rede ohnmächtig wird und auch noch unbewusst die Brust von Kelly Faulkner streift, seine große Liebe.

Als gerade alles gut zu laufen scheint, verschwindet James Scobie, der als Ismaels bester Freund zu betrachten ist. Durch einen Brief erfährt Ismael, dass James wahrscheinlich noch einmal operiert werden müsse und deswegen erst mal nicht kommt.

Die Hoffnung im letzten Wettbewerb des Jahres zu gewinnen sinkt drastisch. Doch das scheinbar unendlich Maß an Fantasy- Wissen von Bill Kingsley, stellt eine sehr realistische Chance her.

Barry Bagsley, dem das Verschwinden von James nicht entgangen ist, lässt nun keine Gelegenheit mehr aus, Ismael zu mobben, besonders im Bezug des leicht übergewichtigen Bill Kingsley. Zu allem Überfluss taucht Kelly auch noch bei Ismael auf. Der plötzlich sehr schüchterne Ismael hat es die Sprache verschlagen und er bringt eine gestotterte Entschuldigung zu Stande, doch ist sie gar nicht deswegen gekommen. Wie sich heraus stellte, war der kleine Junge, den Ismael geholfen hatte, der jüngere Bruder von Kelly und sie lädt Ismael sogar zu ihrer bald bevorstehenden Geburtstagsparty ein. Es bietet sich sogar eine einmalige Gelegenheit, Barry vor der gesamten Schülerschaft bloß zu stellen.

Ein witziges Buch, mit viel Ironie und Sarkasmus. Die Geschichte aus Ismaels Sicht scheint ein gut ausgedachter Mix aus Ernsthaftigkeit und Humor zu sein. Einem Schmunzeln wird das Buch jedem Leser entlocken können. Es ist gutverständlich und realistisch geschrieben. Wer sich ein wenig von seinen Problemen ablenken will oder seine Langeweile versucht zu vertreiben, sollte dieses Buch auf jeden Fall in die Hand nehmen. Die Charaktere sind einmalig und unverwechselbar. Ein wirklich gelungenes Buch von Michael Gerard Bauer.

 

Bauer, Michael Gerard:
Nennt mich nicht Ismael!
München : Hanser, 2008.
ISBN: 978-3-446-23037-8

Tipp von Kim Cynthia Kroll

Deutscher Jugendliteraturpreis 2011

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde gestern der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden

– in der Sparte Bilderbuch:
Martin Baltscheit:
Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

– in der Sparte Kinderbuch:
Milena Baisch (Text), Elke Kuschke (Ill.):
Anton taucht ab

– in der Sparte Jugendbuch:
Wolfgang Herrndorf:
Tschick

– in der Sparte Sachbuch:
Alexandra Maxeiner (Text), Anke Kuhl (Ill.):
Alles Familie!
Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten

– Preisträger der Jugendjury:
Ursula Poznanski:
Erebos

Der Sieger im Letterheinz-Wettbewerb heißt …

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Florian Nübel! Er ist bis zur Stufe 33 gekommen und hat 23.825 Punkte erreicht. Der junge Sportler hatte keine Probleme mit Drachen und Gespenstern, allenfalls machten ihm die UFOs Schwierigkeiten – andererseits sind die ja auch manchmal nützlich für Heinz.  Der Student Christian Henze gelangte ebenfalls auf die Stufe 33 mit nur 190 Punkten weniger – damit hat er den 2. Preis gewonnen. Und der dritte Preisträger ist Justus Teiner, der – klein, aber oho – sogar bis zum 38. Level gelangt ist, aber dabei doch nicht so viele Punkte gesammelt hat wie die beiden Erstplatzierten.

Sollten wir irgendwann mal wieder machen, findet Heinz – denn allen, die mitgemacht haben, hat es viel Spaß gemacht, und bis zum 50. Level gibt es noch viel zu erleben …