Archiv für den Monat Februar 2011

„Fever“ von Douglas Preston & Lincoln Child

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Auf dem Stammsitz seiner Familie macht Pendergast eine ungeheuerliche Entdeckung: Seine Frau Helen ist vor zwölf Jahren nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen – es war ein heimtückisch geplanter Mord! Gemeinsam mit seinem besten Freund D’Agosta beginnt Pendergast zu ermitteln – und muss bald erkennen, dass Helen ihn aus vielerlei Gründen geheiratet hat, aber nicht aus Liebe….
Dem Autorenduo Preston & Child ist mit diesem Buch wieder einmal ein ausgesprochen spannender Thriller gelungen, dessen Spannungsbogen sich kontinuierlich steigert. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus den Händen legen. Fever ist der 10. Roman der Autoren mit dem Protagonisten Special Agent Pendergast  und Auftakt einer weiteren Trilogie um neue dunkle Geheimnisse der Familie Pendergast. Man darf sich also wieder auf 2 Nachfolgebände freuen. Es beginnt mit einem Zeitsprung 12 Jahre in die Vergangenheit. Zu dieser Zeit war der unnahbare Pendergast verheiratet. Das traut man ihm gar nicht zu, weil man ihn bisher als etwas eigenwilligen, irgendwie gefühlskalten Eigenbrötler kennenlernte, der auch seinem gelegentlichen Ermittlungspartner der New Yorker Polizei, Vincent D’Agosta, längst nicht alles über diesen Fall und seine Gedanken dazu erzählt.

Wer die übrigen Pendergast-Romane kennt, der hat schon erfahren, dass die Zusammenarbeit mit Pendergast für D’Agosta mitunter sehr gefährlich werden kann – so auch in diesem Fall. Nachdem Pendergast erfahren hat, dass seine Frau Helen damals mit Hilfe eines perfiden Plans ermordet wurde, schwört er Rache und bittet seinen Freund D’Agosta um Hilfe. Der Preis für D’Agosta ist hoch: er muss nicht nur um unbefristete Beurlaubung bitten, sondern sich auch vorübergehend von seiner Freundin Captain Laura Haywood trennen, die wie er ebenfalls bei der New Yorker Polizei arbeitet und Pendergast und seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden so gar nicht schätzt. Und es kommt noch viel schlimmer. Es lauern Intrigen und Verrat auf dem Weg der beiden Ermittler und sie begeben sich in immer größere Gefahr, ermordet zu werden. Der Thriller lässt auf den gesamten 510 Seiten nicht einen Hauch an Spannung nach und man begegnet einigen Figuren aus den früheren Pendergast-Romanen.Man kann die Pendergast-Romane durchaus einzeln lesen, wenn man über kleinere Wissenslücken zu den einzelnen Figuren hinweglesen kann. Die sind aber nicht wirklich so gravierend, dass sie den Lesespaß trüben. Wer aber die Romane in der richtigen Reihenfolge lesen möchte, kann sich an der folgenden Liste orientieren:
Relic – Museum der Angst
Attic –  Gefahr aus der Tiefe (Fortsetzung von Relic)
Formula – Tunnel des Grauens (eigenständiger Roman) in der Bücherei vorhanden
Ritual – Höhle des Schreckens (eigenständiger Roman) in der Bücherei vorhanden
Burn Case – Geruch des Teufels (1. Band der Diogenes Trilogie)
Dark Secret – Mörderische Jagd (2. Band der Diogenes Trilogie) in der Bücherei vorhanden
Maniac – Fluch der Vergangenheit (3. Band der Diogenes Trilogie) in der Bücherei vorhanden
Darkness – Wettlauf mit der Zeit (eigenständiger Roman, aber mit Bezug auf Maniac) in der Bücherei vorhanden
Cult – Spiel der Toten (eigenständiger Roman) in der Bücherei vorhanden
Fever – Schatten der Vergangenheit (Auftakt der neuen Trilogie) in der Bücherei vorhanden

vorgestellt von Brigitte Sliwa

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Wochen-Tipp: „Radmühle“

radmuhle.jpgBei Ausgrabungsarbeiten an ehemaligen römischen Grenzbefestigungen wurden unterschiedliche Spielvarianten der Mühle entdeckt – darunter die Radmühle als beliebter Zeitvertreib römischer Legionäre, die das Spiel vor ca. 2000 Jahren mit Begeisterung gespielt haben.

Mit der Radmühle aus hochwertig verarbeitetem Buchenholz und großen Spielsteine aus Ahorn, die sehr gut zu greifen sind, können auch heute alle Spielbegeisterten den römischen Zeitvertreib nachspielen. Jeder erhält drei Steine einer Farbe. Anfangs werden diese abwechselnd gesetzt, bis alle auf dem Spielbrett sind. Dann werden sie abwechselnd entlang der Verbindungslinien gezogen, aber immer nur in die nächstgelegene freie Position. Überspringen ist nicht erlaubt, ebenso wenig auszusetzen, denn es besteht Zugzwang.

Das Spiel ist beendet, wenn es einem Spieler gelingt, eine Mühle zu setzen, d. h., drei Spielsteine in eine Reihe zubringen, die über die Mitte läuft. Dieses Brettspiel ist Teil der Spielereihe Generationenspiele von intellego holzspiele. – „Radmühle“ wurde nominiert für den Spielzeugpreis „Das goldene Schaukelpferd 2008“ von Familie&Co in der Kategorie „für die ganze Familie“.

Radmühle
Verlag: Intellego
Erscheinungsjahr: 2008
Anzahl Spieler: 2
Altersangabe: ab 7
Dauer: ca. 20 Minuten

Wochentipp von Barbara Beine

Wochen-Tipp: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf

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Maik Klingenberg gilt als ganz großer Langweiler in der 8. Klasse des Gymnasiums in Berlin-Marzahn, nicht einmal der Spitzname „Psycho“ bleibt lange an ihm hängen. Nun haben die Sommerferien angefangen, Maik hat zwei endlos scheinende Wochen vor sich: Die Mutter hält sich auf einer Beautyfarm auf (so wird innerfamiliär die Alkoholentzugsklinik genannt), der Vater ist mit seiner hübschen jungen Sekretärin auf „Geschäftsreise“ – immerhin hat er dem Sohn 200 € dagelassen. Eben hat Maik es geschafft, die vietnamesische Putzfrau loszuwerden, nun will er in Melancholie versinken, denn er ist als einer der ganz wenigen Mitschüler nicht zu Tatjanas Geburtstagsfeier eingeladen. Da taucht plötzlich Tschick auf, der neue Mitschüler, von dem Maik noch nicht so recht weiß, was er von ihm halten soll: Andrej Tschichatschow ist vor vier Jahren mit seinem viel älteren Bruder aus Rußland gekommen und gibt sich eher unzugänglich, hat es irgendwie von der Förderschule auf das Gymnasium geschafft und scheint ganz gescheit zu sein – wenn er nicht gerade betrunken ist. Aber Tschick hat beschlossen, Maik zu mögen, und mit einem geklauten alten hellblauen Lada machen die beiden Jungen sich auf ins Abenteuer: Sie werden Tschicks Großvater in der Walachei besuchen. Da sie keine Ahnung haben, wo das liegt, geht die Reise ohne Karte und Kompaß erst einmal in Richtung Süden kreuz und quer durch Brandenburg und Sachsen, gern auch über Feldwege und mitten durch den Wald. Auch wenn sie nicht an ihrem Ziel ankommen und die Fahrt katastrophal endet, erleben sie jede Menge Abenteuer, die denen von Tom Sawyer und Huckleberry Finn in nichts nachstehen!

Herrndorf, Wolfgang:
Tschick
Berlin: Rowohlt, 2010
254 S.

Tipp von Juliane Buff

Toni Morrison zum 80. Geburtstag am 18.2.2011

Toni Morrison gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der afroamerikanischen Literatur. 1993 erhielt sie den Literaturnobelpreis für ihr Gesamtwerk. Am 18.2. wird sie 80 Jahre alt.

Diese Bücher können Sie in der Stadtbücherei Soest ausleihen:

Menschenkind : Roman / Toni Morrison

Reinbek bei Hamburg : Rowohlt , 1989

374 S.

ISBN  3-498-04317-X

In der Vorstadt von Cincinnati/Ohio lebt 1885 die ehemalige Sklavin Sethe mit ihren Kindern, gedemütigt durch jahrelange Unterdrückung.

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Jazz : Roman / Toni Morrison

Reinbek bei Hamburg : Rowohlt , 1993

249 S.

ISBN  3-498-04347-1

New York, 1926: Kunstvoll mit Erinnerungen, Mythen und Legenden der schwarzen Bewohner Harlems verwobener Roman einer zum Scheitern verurteilten Ehe.

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Paradies : Roman / Toni Morrison

Reinbek bei Hamburg : Rowohlt , 1999

494 S.

ISBN  3-498-04391-9

Poetisch, episch und sprachgewaltig erzählt die amerikanische Nobelpreisträgerin vom Zusammenprall der Rassen mit ihren konträren Lebensmustern und Ideologien, von Gewalt, Intoleranz und Unterdrückung.

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Liebe : Roman / Toni Morrison

Reinbek bei Hamburg : Rowohlt , 2004

280 S. ; 21 cm

ISBN  3-498-04494-X

Schicksale, die mit dem Aufstieg und Verfall eines Seebades für Schwarze an der amerikanischen Atlantikküste verbunden sind.

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Das Buch der Bösen / Toni Morrison … ; Mit Bildern von Pascal Lemaître

Düsseldorf : Sauerländer , 2005

[23] Bl. : überw. Ill.

ISBN  3-7941-5070-8

Es gibt Böse, die lächeln, und es gibt Böse, die brüllen. Wer dazu gehört und wie man sich ihnen gegenüber verhält, erzählt dieses Buch. Ab 4.

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Gnade : Roman / Toni Morrison

2. Aufl.

Reinbek bei Hamburg : Rowohlt , 2010

218 S. ; 21 cm

ISBN  978-3-498-04512-8

Vielstimmig erzählter Roman aus der Anfangszeit der Sklaverei und des aufkommenden Rassismus in Virginia um 1680.

Wochentipp: „Rebellische Söhne : die Lebensgeschichten von Bernward Vesper, Hermann Hesse, Klaus Mann, Franz Kafka, Martin Luther, Franz von Assisi, Michael Ende und ihren Vätern“ von Alois Prinz

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Alois Prinz ist bereits bekannt geworden durch seine einfühlsamen Biografien.
In diesem Buch untersucht er die Lebensgeschichten bekannter und begabter Männer hinsichtlich ihrer schwierigen Beziehung zu ihren Vätern. Die grundsätzliche Verschiedenheit zwischen diesen Söhnen und ihren Vätern führt zu schwersten Konflikten und prägt ihr Werk und Leben nachhaltig.
Nicht jedem dieser Männer gelingt die Abgrenzung in der Klarheit, wie es Franz von Assisi schaffte, indem er dem Vater selbst die Kleidung, die er auf dem Leib trug, zurückgab, um eine endgültige Trennung vom Vater und dessen Welt zu vollziehen. Einige von ihnen kommen ihr Leben lang nicht von der unglücklichen Vater-Sohn-Beziehung los, wie etwa Klaus Mann, der bis zuletzt unter der Abwertung seines schriftstellerischen Wirkens durch seinen berühmten Vater litt.
Es ist deutlich spürbar, wie sehr diese Männer unter ihrer Zerrissenheit und ihren Verletzungen durch die Väter litten, sich beides wünschten: ihren eigenen Weg zu gehen, aber auch den Respekt ihrer Väter, der ihnen verwehrt blieb, weil diese das Anderssein ihrer Kinder nicht akzeptieren konnten.
Bemerkenswert ist, dass der Autor mitfühlend und engagiert, aber auch klar und ohne Urteil schreibt.
Er plädiert im Epilog für eine positive Autorität, die darin besteht, „Verantwortung für die Welt zu übernehmen“, den Kindern die Hilfe zu geben, die sie brauchen, sie aber auch zu akzeptieren, wo sie anders und fremd sind und sie auch darin zu ermutigen.
Ein Jugendbuch, das auch für Erwachsene und besonders für Eltern lesenwert ist!

Rebellische Söhne : die Lebensgeschichten von Bernward Vesper, Hermann Hesse, Klaus Mann, Franz Kafka, Martin Luther, Franz von Assisi, Michael Ende und ihren Vätern.
Weinheim, Basel : Beltz & Gelberg, 2010
254 S.
ISBN 978-3-407-81075-5

Wochentipp von Brigitte Weber

Wochen-Tipp: „Unsichtbar“ von Paul Auster

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Die Dichterlaufbahn des jungen Literaturstudenten Adam Walker endet, bevor sie noch richtig angefangen hat: Zwar bietet ihm ein vermögender Politologie-Professer ein großzügiges Startkapital, um eine Literatur-Zeitschrift ganz nach seinen Vorstellungen zu gründen, aber es kommt nicht dazu: Schon als die Partnerschaft bei einem Abendessen gefeiert werden soll, zeigt sich dieser Rudolf Born nicht nur schlecht gelaunt, er ist auch betrunken, unhöflich, aggressiv und beleidigend. Schon von Anfang an hat Adam geahnt, „dass ein näherer Umgang mit ihm mich in Schwierigkeiten bringen könnte“, er spürt „etwas Unangenehmes, leicht Abstoßendes“. Und es kommt noch schlimmer: Als die beiden Männer eines Abends in Manhattan von einem Jugendlichen bedroht werden, zieht der Professor ein Messer, sticht auf den Jungen ein – und verschwindet, während Adam versucht, Hilfe zu holen. Dieses Erlebnis wird Adam sein ganzes Leben lang nicht loslassen: „Zum ersten Mal im Leben begriff ich, was es heißt, jemanden zu hassen. Ich konnte ihm niemals verzeihen – und mir selbst auch nicht.“
Vierzig Jahre später versucht er dennoch, die traumatischen Erlebnisse zu Papier zu bringen, und das ist im Grunde das Interessante an diesem Roman, der eigentlich vom Schreiben und von der Schreibblockade handelt. Aus immer anderem Blickwinkel wird die Geschichte weitererzählt, mal in Ich-Form, dann in der 2. Person, als Tagebuch oder Brief – und wenn man meint, auf der richtigen Fährte zu sein, wird alles wieder in Zweifel gezogen. Dabei spielt Auster mit seinen Figuren auch noch Räuberschach – am Ende sind (fast) alle tot und die Hauptfigur ist wohl auch eine ganz andere, als man gemeint hat …

Paul Auster:
Unsichtbar : Roman
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010
315 S.

Tipp von Juliane Buff

„Der Professor“ von John Katzenbach als Hörbuch

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Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Da wird er Zeuge, wie ein junges Mädchen auf offener Straße in einem Lieferwagen verschwindet.

Der große neue Triller von John Katzenbach

„Der Professor“ gelesen von Simon Jäger

Simon Jäger ist neben seiner Arbeit als Hörbuchsprecher als Dialogautor, Regisseur und Synchronsprecher tätig. Unter anderem ist er die deutsche Stimme von Josh Hartnett. Simon Jäger versteht es meisterhaft, mit seiner Stimme Hochspannung zu erzeugen.

Autorisierte Lesefassung, 6 Cd`s, Gesamtlaufzeit 443 Minuten

vorgestellt und empfohlen mit Grusel- und Gänsehauteffekt von Claudia Schulenburg

Ich habe in den letzten zwei Monate viel sogenannte Krimi-Thriller gehört und habe leider oft schon ganz schnell nach der ersten Cd aufgeben müssen, da sehr viel Schrott. Deshalb habe ich den „Professor“ auch erst ein wenig halbherzig und ohne große Erwartung angefangen zu hören und – oh Schreck – spannend, gruselig, fast mit der ersten Minute eingetaucht in die beiden Schicksale (Professor und entführtes Mädchen) und man hofft, daß diese Geschichte nie Wirklichkeit wird.

Ich kann noch ein paar kleine Tipp`s geben, bevor man anfängt zuhören: Cappucino, Tee oder Kaffee zubereiten, Decke für das Sofa, Schokolade hinlegen (soll ja die Nerven beruhigen), weil man will nicht mehr aufstehen und auf Pause drücken.