Archiv für den Monat Januar 2011

Wochen-Tipp: „Die Rückkehr : Roman meines Lebens“ von Galsan Tschinag

tschinag-galsan-ruckkehr.jpg

Die nomadische Lebensweise ist für Galsan Tschinag die wichtigste Sache auf Erden – und am schönsten sei es bei Umzügen! Er wurde Anfang der 40er Jahre als Sohn nomadischer Viehzüchter vom Stamm der Tuwa im Westen der Mongolei geboren. 1961 begann der sprachbegabte junge Mann, mongolische Sprache und Literatur zu studieren und 1962-1968 Germanistik an der Universität Leipzig. Seither schreibt er Erzählungen, Romane und Gedichte direkt in der deutschen Sprache.
Immer wieder handeln seine Geschichten vom Leben der Nomaden und ihren Traditionen, auch seine eigenen Kindheitserlebnisse hat er literarisch verarbeitet. In seinem autobiographischen Roman „Die Rückkehr“ zieht er nun die Bilanz seines Lebens: Im Alter will er sich um sein Volk kümmern und zieht mit seiner Frau und dem 7-jährigen Enkelsohn wieder in die mongolische Steppe. Als Stammesoberhaupt will er zwischen Tradition und Moderne vermitteln – kein leichtes Unterfangen: Seine beiden Schamanen-Schülerinnen streiten sich, und Verleumdungen, Anschuldigungen und Neid gegen den „Landesverräter“, der angeblich Millionen gescheffelt hat, sind an der Tagesordnung ebenso wie Korruption und Schikanen der Ordnungshüter. Zudem erzählt Galsan Tschinag auch über sein Leben in der Fremde („Obwohl sich mein Körper weit weg befand, fühlte ich, als sei meine Seele zu Hause geblieben“), von Begegnungen mit dem Dalai Lama, von Schamanismus und kleinen nomadischen Weisheiten.

Tschinag, Galsan:
Die Rückkehr : Roman meines Lebens
Frankfurt am Main [u.a.]: Insel-Verl., 2008
254 S.
ISBN 978-3-458-17410-3

Tipp von Juliane Buff

Advertisements

Wochen-Tipp: „Auf den Spuren der Cello-Suiten : Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich“ von Eric Siblin

siblin-eric-auf-den-spuren.JPG

Als der kanadische Popmusik-Kritiker Eric Siblin eines Tages das Gefühl hat, sein Kopf sei mit Unmengen von Rock- und Pop-Musik verstopft, will er sich davon befreien und besucht in Toronto ein klassisches Konzert: der Cellist Laurence Lesser spielt Johann Sebastian Bachs Cello-Suiten. Nicht gerade Schmuseklassik für Anfänger! Aber Siblin ist fasziniert, diese Musik ergreift ihn sofort und läßt ihn nicht mehr los. Er liest und hört alles darüber, was er nur bekommen kann, er wird Mitglied der Amerikanischen Bachgesellschaft und reist auf den spuren von Pablo Casals, dem Wiederentdecker der Bach-Suiten, nach Europa. Schließlich versucht er sogar, selbst das Cellospiel zu erlernen – aber das gibt er dann doch bald auf, stattdessen beginnt er, Bach auf seiner Gitarre zu spielen.
In seinem Buch erzählt er abwechselnd aus den Biographien Johann Sebastian Bachs und Pablo Casals‘ und macht sich auf die (vergebliche) Suche nach der verlorenen Handschrift.
Entstanden ist ein außergewöhnliches Buch, das auch den musikalischen Laien anspricht und durch den Enthusiasmus des Autors fasziniert.

Siblin, Eric:
Auf den Spuren der Cello-Suiten : Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich
München: Irisiana, 2010
368 S.

Tipp von Juliane Buff

Wiedereröffnung in der Galerie im Wilhelm-Morgner-Haus am 24.1.2011

Haben Sie uns vermisst? In dieser Woche hatten wir viel zu tun, wie das bei einem Umzug eben so ist. Aber am Montag, 24.1.2011 ab 10:00 Uhr können Sie uns wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten besuchen – jetzt in der Galerie im Wilhelm-Morgner-Haus, Thomästr. 1. Sicher sind Sie gespannt, wie wir uns da eingerichtet haben. Natürlich lohnt sich ein Besuch in der Stadtbücherei sowieso immer, aber am Montag besonders: Die ersten 100 Besucher bekommen eine Kunstpostkarte mit einem Bild von Wilhelm Morgner, sechs verschiedene Motive stehen zur Auswahl!

Wochen-Tipp: „50 Skulpturen, die man kennen sollte“ von Isabel Kuhl

50sku.jpg

Ab sofort beginnt die heiße Phase des Umzugs der  Bücherei in ihr Ausweichquartier ins Morgnerhaus. Umgeben von soviel künstlerischem Flair möchte ich in meinem Wochen-Tipp allen Lesern ein schönes Kunstbuch empfehlen.
Dieser Bildband mit Skulpturen, Plastiken und Objekten aus Europa und den USA von der griechischen Antike bis zum Ende des 20. Jh. ist ein weiterer Band aus der Prestel-Reihe von Künstlern/Kunstwerken/Epochen „… die man kennen sollte“. Hier sind in chronologischer Folge auf je 2 bis 4 Seiten 50 Skulpturen von der Antike (Diskuswerfer) bis zur Gegenwart („Maman“ von Louise Bourgeois) versammelt mit erläuterndem Text und einem kulturhistorischem Abriss bei anonymen bzw. biografischem Abriss bei Künstlerwerken. Über allen Kunstwerken schwebt eine Zeitleiste, in der die allgemeinen historischen Ereignisse und künstlerischen Entwicklungen ihrer Zeit eingeordnet sind. Dieser Band vermittelt anhand unterhaltsamer und informativer Texte wertvolles Basiswissen über die Kultur- und Kunstgeschichte und macht zudem noch Spaß beim Durchblättern.

50 Skulpturen, die man kennen sollte
München: Prestel, 2009
157 S., überw. Ill.

Wochentipp von Barbara Beine

„Geheimnis um Gutenberg: ein Krimi aus dem Mittelalter“ von Fabian Lenk

geheimnis_um_gutenberg.jpg

Heute empfehle ich Euch einen Krimi aus dem Mittelalter, der für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren (Antolin 3) leicht lesbar ist. Er ist spannend geschrieben und erzählt neben der Krimihandlung sehr anschaulich aus dem Leben im Mittelalter. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie die Menschen damals gelebt und gedacht haben.
Der Krimi spielt im Mainz von 1450 in der Zeit von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks. In der Geschichte steht die Erfindung der Druckerpresse gerade kurz vor ihrer Vollendung. Da werden die Gussformen für die Buchstaben gestohlen. Eine eingeschlagene Fensterscheibe bringt den 10-jährigen Michael, der als Laufbursche bei Gutenberg arbeitet, auf eine Spur. Doch ist der Geselle Paul wirklich der Dieb? Lest selbst!
Ein Leserätsel, bei dem man etwas gewinnen kann, rundet das Buch ab. 

Lenk, Fabian:
Geheimnis um Gutenberg: ein Krimi aus dem Mittelalter. – Ravensburger Buchverl. 2010. – 58 S.
ISBN 978-3-473-36310-0 – 6,95 €

Du kannst das Buch auch in der Stadtbücherei in Warstein-Belecke ausleihen.
Tipp von Angelika Krüger, Stadtbücherei Warstein-Belecke

Wochen-Tipp: „Da geht ein Mensch“ von Alexander Granach

granach-alexander-da-geht-ein-m.JPG

1890, im ostgalizischen Dorf Werbiwizi, in dem 150 ukrainische und 4 jüdische Familien leben,  wird Alexander Granach als Jessaja Szajko Gronach als 9. Kind des Händlers und Bäckers Aaron Gronach geboren. In der großen Familie kann es schon einmal vorkommen, daß es den Eltern erst am Freitag auffällt, daß eins der Kinder seit Dienstag nicht mehr gesehen wurde … Seinen Namen erhält er nach einem armen Verwandten, dem „Szajko Rozum“ – Jessaja der Kluge – der in einer Ehekrise der Eltern so erfolgreich vermittelt hatte, daß der kleine Jessaja überhaupt geboren werden konnte. Nicht vorauszusehen war, daß aus dem schwächlichen Säugling, der unter Krämpfen litt und nach Ansicht der Hebamme von einem kleinen, drittklassigen, zahnlosen Kobold besessen war, ein hellwacher und zu allem entschlossener Junge wurde. Schon gar nicht, daß aus dem schon früh zur Arbeit in der Bäckerei herangezogenen Kind ein gefeierter Schauspieler wurde. Seit seinem ersten Theaterbesuch in Lemberg 1905 weiß er genau: „Das ist die Welt, wo ich hingehöre!“ Und mit 16 Jahren brennt er nach Berlin durch, um eine beispiellose Schauspielerkarriere zu beginnen.
Seine hinreißenden Erinnerungen schrieb er in der Emigration in den USA. Die Veröffentlichung seiner Autobiographie erlebte er nicht mehr, er starb mit 55 Jahren nach einer Blinddarmoperation.
Der Titel seines Buchs lehnt sich an an das Leitmotiv des Stücks „Nathan der Weise“: „Es genügt ein Mensch zu sein“ – das ist auch die Maxime von Alexander Granach. Trotz aller Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen, verliert er nie seinen Optimismus und seine Neugierde. „Straßen führen immer irgendwohin“, „Und das Krumme wird gerade“, „Die Fremde ist kalt – aber lehrreich“ sind kennzeichnende Kapitelüberschriften dieses anrührenden und mitreißenden Buchs.
Man muß wohl nicht alles für bare Münze nehmen – Alexander Granach scheint manchmal ein bißchen frei mit der Wahrheit umzugehen. Aber wen stört das schon – dieser Autor versteht immerhin etwas vom Theaterdonner!

Da geht ein Mensch : Autobiographischer Roman
München: btb, 2007
381 S.
(btb ; 73603)

Tipp von Juliane Buff
 

Ein Heim für Pflanzen

pflanze6.jpg pflanze5.jpg pflanze2.jpg pflanze1.jpg 

Die Stadtbücherei zieht ab dem 17. Januar mit ihrem kompletten Inventar aufgrund von Renovierungsarbeiten in die Galerie des Wilhelm-Morgner-Hauses.
Da wir leider nicht alle Pflanzen aus unserem Gebäude mitnehmen können, suchen diese jetzt ein neues Zuhause.
Pflanzenliebhaber können nach vorheriger Anmeldung vorbei kommen und sich einen neuen Mitbewohner aussuchen.
Töpfe und Verpackungsmaterial müssen Sie selbst mitbringen.