Archiv für den Monat November 2010

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi

Vortrag mit Herbert Beller zum 100. Todestag des russischen Schriftstellers

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Am 20. November 2010 jährt sich der 100. Todestag des großen russischen Schriftstellers Leo Tolstoi.
Zu diesem Anlass lädt die Stadtbücherei am 30. November zu einem Vortrag mit Herbert Beller ein.

Die Diskrepanz zwischen der reich begüterten, adeligen Herkunft Tolstois und dessen Idealisierung der Armut lassen eine spannungsreiche Persönlichkeit der Weltliteratur erahnen.
Die Einflüsse von Rousseau, Kant und Schopenhauer sind weitere Aspekte des Vortrags über eine Persönlichkeit, die u.a. auch als Religionsphilosoph, Erzieher und Landwirt sich in dem damaligen russischen Zarenreich zu Wort meldete und weltweit viele Anhänger erreichte.

Dienstag, 30. November um 19.00 Uhr in der Stadtbücherei Soest
Eintritt: 3 €

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Wochen-Tipp: DVD „Nothing Personal“

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Die junge Holländerin Anne (Lotte Verbeek) will ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und bricht mit ganz kleinem Gepäck und Zelt nach Irland auf. Leicht verwahrlost wandert sie ziellos durch Connemara, meidet die Menschen und sucht die völlige Einsamkeit, bis sie auf einer Halbinsel ein kleines Haus entdeckt. Dort lebt der etwas ältere Martin (Stephen Rea) nach dem Tod seiner Frau recht behaglich ganz allein. Spontan bietet er ihr an, für ihn in Haus und Garten zu arbeiten – Arbeit gegen Essen. Man einigt sich darauf, alles Persönliche zu vermeiden, schon die Frage nach dem Namen ist nicht erlaubt und führt zu schroffer Ablehnung: „Wie heißen Sie?“ – „Das geht Sie einen Scheißdreck an.“ In ganz kleinen Schritten kommt es aber doch langsam zu einer Annäherung: Anne nimmt ihr Essen nicht mehr draußen auf der Bank vor dem Häuschen ein, sie übernachtet nicht mehr im Zelt sondern bezieht ein Zimmer im Haus, hört Martins Musik-CDs und leiht sich gelegentlich ein Buch von ihm. Und wer gegen die Abmachung verstößt und doch eine persönliche Frage stellt (sei es auch nur die nach der Lieblingszahl), kann das Vergehen wiedergutmachen, indem er (oder eben sie) ein Lied singt (was ja in Irland an der Tagesordnung ist). Ganz allmählich finden die beiden zueinander …

Man erfährt kaum etwas über das Vorleben der beiden Protagonisten, was die Regisseurin Urszula Antonika damit erklärt, sie habe zeigen wollen, daß gegenseitiges Interesse und Wertschätzung oder sogar Liebe nicht vom Vorwissen über die andere Person abhängt.

„Ein Film über den Versuch in die Einsamkeit zu flüchten – um weiteren Enttäuschungen zu entgehen, um enge Bindungen zu meiden, um vor den Zwängen und Verpflichtungen des Alltags zu flüchten“ (C. Porsch auf „moviemaze“) – ein herber und schöner Film in der wilden Landschaft Connemaras, 2009 mit 6 Preisen beim Filmfestival in Locarno ausgezeichnet.

Nothing Personal
Köln: Ascot Elite Home Entertainment, 2010
1 DVD (85 Min.)
Orig.: Irland, Niederlande, 2009
Regie und Drehb.: Urszula Antoniak. Kamera: Daniel Bouquet. Musik: Ethan Rose
Darst.: Stephen Rea ; Lotte Verbeek …

Tipp von Juliane Buff

Autorenlesung: „Orte der Unfreiheit“ mit Mechtild Brand am 25.11.2010

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Zu den Mythen der NS-Zeit, die sich hartnäckig halten, gehört die Vorstellung, dass Zwangsarbeit eine geschützte Möglichkeit war, den Krieg zu überstehen.
Doch die Betroffenen verloren mit dem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich ihr persönliches Umfeld und ihre sozialen Bindungen, waren isolierte Fremde. Zwangsarbeit war viel mehr als nur der Aufenthalt in Deutschland, selbst wenn der im Einzelfall menschenwürdigen Umgang bot.

Mechtild Brand schildert die schwierigen Bedingungen, unter denen Zwangsarbeiter hier lebten.
Gespräche mit Zeitzeugen ermöglichen ihr eine authentische Darstellung des Geschehenen, Fotomaterial und historische Dokumente veranschaulichen die Situation der ehemaligen Zwangsarbeiter zwischen Soest, Werl, Wickede und Möhnetal in Vergangenheit und Gegenwart.

Donnerstag, den 25.11.2010 um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Soest
Eintritt: 5 € / 3 € ermäßigt

Brand, Mechtild:
Verschleppt und entwurzelt : Zwangsarbeit zwischen Soest, Werl, Wickede und Möhnetal
Essen : Klartext, 2010
ISBN 978-3-8375-0377-7

Neue Bücher der drei ???-Kids, der drei ??? und der drei !!!

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Heute möchte ich Euch von Neuerscheinungen erzählen, die ich ganz neu für die Bücherei in Warstein gekauft habe und auf die einige von Euch wahrscheinlich schon gewartet haben : es sind die neuen Bücher der drei ???-Kids und der drei ??? sowie der drei !!!.Die neuen Bücher der drei ???-Kids heißen „Monster in Rocky Beach“ und „Ein Fall für den Superhelden“. In ihnen geht es zum einen um ein braunes Monster, das Rocky Beach unsicher macht, und zum anderen um Werbungsbetrug. Justus, Peter und Bob ermitteln in spannenden Fällen für Kinder ab 8 Jahren.Die Titel der neuen drei-???-Bücher lauten: „Die drei ??? und der Meister des Todes“ sowie „Botschaft aus der Unterwelt“. In dem Buch „Meister des Todes“ wollen die ??? einen Horrorfilm in einem Horrorhaus drehen, aber dann geschehen mysteriöse Dinge, die die drei Detektive in den Bann einer finsteren Macht ziehen… –  In „Botschaft aus der Unterwelt“ müssen die drei ??? eine geheimnisvolle Botschaft entschlüsseln. Doch das ist nicht ungefährlich. Kinder ab 10 Jahren werden gerne mitraten. Die drei-!!!-Bücher heißen: „Tatort Filmset“ und „Vampire in der Nacht“. In beiden Büchern müssen die drei !!!-Detektive Kim, Franziska und Marie neben spannender Detektivarbeit auch immer wieder das Abenteuer „Freundschaft“ bestehen. Mädchen ab 10 Jahren werden gerne mit den Detektivinnen am Filmset stehen oder auch Vampire jagen – denn Vampire gibt es wirklich – oder etwa doch nicht??? Du kannst alle Bücher in der Stadtbücherei in Warstein-Belecke ausleihen.

Tipp von Angelika Krüger, Stadtbücherei Warstein-Belecke

Wochentipp: „Die Briefe vom Weihnachtsmann“ von J.R.R. Tolkien

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Schon die kleinen Kinder kennen sie und fangen jetzt bald an, sie zu schreiben oder zu malen: die Briefe an den Weihnachtsmann. Aber nur wenige kennen „Die Briefe vom Weihnachtsmann“. Das ist schade, denn sie sind eine wundervoll warmherzige und humorvolle Vorweihnachtslektüre.
Diese Briefe hat J.R.R. Tolkien vom Jahr 1920 an (als sein ältester Sohn John 3 Jahre alt war) über 20 Jahre zu jedem Weihnachtsfest an seine Kinder geschrieben. Die Briefe lagen, nachdem der Weihnachtsmann dagewesen war, irgendwo im Haus oder kamen mit dem Postboten.
Der Weihnachtsmann erzählt darin vom Leben am Nordpol, von den Vorbereitungen für das große Fest, dem Chaos, das der wichtigste Helfer des Weihnachtsmannes, der tollpatschige Polarbär ständig anrichtet, von Kämpfen gegen böse Kobolde, von Schneeelfen, Roten Zwergen, Schneemännern, Höhlenbären und den beiden quirligen Neffen des Polarbären Paksu und Valkotukka.
Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie gespannt die Tolkien-Kinder jedes Jahr auf die Neuigkeiten vom Nordpol gewartet haben und wie gut diese Briefe sie über die manchmal wegen der schwierigen Zeiten etwas dürftiger ausgefallenen Geschenke hinwegtrösteten – die Geschehnisse am Nordpol waren eine „logische“ Erklärung dafür.  Aber der  Weihnachtsmann bezieht sich auch auf die realen Verhältnisse. 1931 schreibt er, dass er nicht alle Wünsche der Kinder erfüllen kann, weil es „auf der ganzen Welt schrecklich viele Menschen gibt, die arm sind und Hunger leiden.“ 1932 und 1933 tauchen auch die bösen Kobolde auf – Parallelen zum politischen Geschehen in Europa. Und 1939 kommt es wieder zu einer großen Schlacht gegen die Kobolde.
Die Briefe sind liebevoll und detailfreudig ausgeführt, Vater Tolkien hat sie sehr fantasievoll und mit viel Humor illustriert bis hin zu den von ihm gemalten Briefmarken und Poststempeln vom Nordpol, auch die Schrift des ja schon fast 2000 Jahre alten Weihnachtsmannes ist zittrig, um sie ganz authentisch wirken zu lassen.
Es macht viel Freude, das Buch anzuschauen und zu lesen – für Erwachsene und Kinder und am liebsten gemeinsam. Und es ist sehr anrührend, sich dabei die Familie Tolkien vorzustellen.

J.R.R. Tolkien:

Die Briefe vom Weihnachtsmann

Stuttgart :Klett-Cotta,

47 S., zahlr. Ill.

Tipp von Brigitte Weber

Bundesweiter Vorlesetag am 26. November

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Bereits zum 7. Mal rufen die Stiftung Lesen und DIE ZEIT in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn zum bundesweiten Vorlesetag auf.

In der Stadtbücherei werden für alle Kinder ab 4 Jahren über den ganzen Tag verteilt verschiedene Bilderbuchkinos gezeigt, d.h. eine Geschichte wird auf eine Leinwand projiziert und dann gemeinsam erzählt und vorgelesen.

Alle, die mitmachen wollen, kommen um 15.00 , 16.30 oder 17.30 Uhr einfach in die Stadtbücherei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kurs „Mittelalterliche Nestelschnüre“

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Wer sich für die Technik des Nestelns interessiert, kann noch einen der freien Plätze für einen Kurs in der Stadtbücherei belegen.
Dieser findet am Mittwoch, den 10. November von 18 bis 20 Uhr statt.
Für alle Fortgeschrittenen werden Mustersammlungen zur Verfügung gestellt.

Materialkosten: 1€

Ansprechpartnerin:
Alexandra Eckel
Stadtbücherei Soest
Severinstraße 10
02921-1031220
a.eckel@soest.de