Archiv für den Monat August 2010

Wochen-Tipp: „Dackelblick“ von Frauke Scheunemann

dackel.jpg 

 

Seit neun Monaten sind meine Familie und ich auch stolze Besitzer eines Hundes. Da ist man natürlich für solche Buchcover besonders empfänglich und greift ohne Zögern zu diesem Buch.

Dackelwelpe Carl – Leopold von Eschersbach ist das Ergebnis einer Affäre seiner Mutter mit einem schneidigen Terrierrüden. Nun sitzt er in der Klemme oder besser gesagt, im viel zu engen Zwinger eines Tierheims, denn für die Jagd und die Zucht ist er gänzlich ungeeignet und sein altes Herrchen wollte ihn nicht mehr.

Glücklicherweise schließt ihn Carolin am Besuchstag auf Anhieb in ihr Herz und nimmt ihn bei sich auf und gibt ihm auch einen neuen Namen: Herkules.

Als er mitbekommt, dass sein neues Frauchen in einer unglücklichen Beziehung lebt, ergreift er die Initiative. Unterstützt wird er dabei von dem Menschenkenner Herrn Beck, dem Kater vom Nachbarn. Gemeinsam nehmen er und Herr Beck die Sache in die Pfoten, um für Carolin und für ihn natürlich das richtige Herrchen zu finden. 

Etliche Missverständnisse und Hindernisse müssen überwunden werden, bis es schließlich gelingt. Diese leicht geschriebene, liebenswerte Geschichte aus Hundesicht kann ich allen, nicht nur Hundefreunden, sehr empfehlen.

Scheunemann, Frauke:
Dackelblick : Roman
München : Page & Turner, 2010
ISBN 978-3-442-20357-4

Wochentipp von Barbara Beine

Advertisements

„Don’t worry, be german“ von John Doyle

doyle.jpg

Ein Ami wird deutsch!

John Doyle beschreibt im seinem unterhaltsamen Buch seine Erlebnisse mit uns Deutschen. Jedes Kapitel trägt eine Eigenschaft, z.B. „Genauigkeit“ als Überschrift oder alltägliche Dinge wie „Essen“. Natürlich immer zweisprachig, also Essen/Food. Aber Doyle deckt nicht nur die Unterschiede zwischen den Amerikaner und den Deutschen auf, sondern zeigt auch, wie ähnlich man sich im Grunde ist. Seit seiner Einreise hat er einige kuriose Dinge erlebt und beschreibt sie auf eine wirklich urkomische Art und Weise, ohne, dass man sich angegriffen fühlt oder vorgeführt vorkommt. Oftmals muss man sogar schmunzeln, wenn er Ausdrücke oder Gepflogenheiten der Deutschen ins Rampenlicht stellt, denn man erkennt sich selbst oder seine Mitmenschen eben doch wieder.

Doyles Buch öffnet einem die Augen für einen anderen Blick auf Deutschland. Schließlich ist auch in den USA nicht alles „great“. Außerdem kommt er durch seine vorurteilsfreie Art zu Erkenntnissen, die uns verwehrt bleiben. Wir selbst sind da eben „betriebsblind“ geworden.

Ein herrlicher Lesespaß! Man kann es nur empfehlen!

Tipp von Fee

Doyle, John:

Don’t worry, be german

Frankfurt am Main: Scherz, 2010

282 S.

Wochen-Tipp: „Rasmussens letzte Reise“ von Carsten Jensen

jensen-carsten-rasmussens-letzt.JPG

Als das Handelsschiff „Peru“ 1893 nach Grönland aufbricht, hat es nur einen Passagier an Bord: den Marinemaler Carl Rasmussen. Er steht kurz vor seinem 52. Geburtstag, ist verheiratet, hat 8 Kinder und ist als Maler anerkannt, aber seine Selbstzweifel haben mit den Jahren auch zugenommen. Er leidet darunter, seine Unschuld und damit auch sein Talent verloren zu haben.  Mit seiner Kunst wollte er Brücken zwischen den Seelen schlagen, das Edle im Menschen und die Schönheit der Schöpfung zeigen, und jetzt befürchtet er, ein gewöhnlicher Freilichtmaler geworden zu sein.
Schon als Kind wollte er Maler werden, hat da schon erlebt, dass Kunst die Kraft hat, Seelen zu vereinen, und er hat sich immer geweigert, etwas Abstoßendes darzustellen: „Ich male nichts Hässliches.“
Sein künstlerischer Werdegang ist anfangs leidvoll, da er lange auf ein Stipendium warten muss. Unterstützung findet er in der starken Persönlichkeit seiner Cousine Henrietta, die an ihn glaubt und ihm hilft, seinen Weg in der Kunst zu finden. Sie hat ihn auch ermutigt zu seiner ersten Reise nach Grönland als junger Mann. Er suchte einen Ort, wo er etwas wirklich Großes malen konnte.
Auf dieser ersten Reise findet er auch, was er sucht: Er ist fasziniert von der Natur, den Farben und den dort lebenden Menschen. Jonas, ein Eskimo, der ihn auf einem Ausflug begleitet  – und von dem erzählt wird, er sei ein Schamane – wird sein ergebener Zuschauer beim Malen. In ihm findet er „diese fremde seele, die ihm in vorbehaltloser Offenheit entgegenkam und plötzlich zu einem Vertrauten wurde, weil sie beide an der Macht der Kunst teilhatten.“
Als er von seiner Reise zurückkehrt, ist Henrietta, mit der er sich vor der Abfahrt verlobt hatte, verstorben. Carl leidet unter Schuldgefühlen, weil er nicht gesehen hat, wie krank sie war und nur an sich selbst gedacht hat. Aus Pflichtgefühl heiratet er ihre jüngere Schwester Anna Egidia.
Doch zuvor geht er noch auf die für Künstler damals obligatorische Reise in den Süden, für die er, da er jetzt ein angesehener Maler ist, ein Stipendium der Kunstakademie erhält.  Dem Vergleich mit Grönland können für ihn Italien und Frankreich nicht standhalten, er ist empört über die soziale Ungerechtigkeit, die ihm in beiden Ländern ins Auge springt.
Da auch Kopenhagen nicht „sein Ort“ ist, lässt er sich mit seiner Familie in Marstal auf seiner Heimatinsel nieder. Er wird berühmt, gelangt zu Wohlstand, hat eine zufriedene Familie, aber auch in Marstal vermisst er etwas Elementares, immer wieder trauert er auch Henrietta nach, immer mehr fehlt ihm bei seiner Arbeit die Inspiration. Er „hatte ein Glaubensbekenntnis in der Kirche. Und er hatte ein weiteres für sein übriges Leben. Die Abtönungen“ . Er hält an den Regeln der Akademie fest, die ihn fesseln.
Die zweite Reise soll ihn zurückführen zu dem, was er dort früher in sich fand.
Doch bei der Ankunft ist wie ein Omen der Himmel, der ihm früher so ein großartiges Farbschauspiel bot, eintönig grau, bietet ihm nicht die geringste Inspiration. Er sucht nach Jonas, hört, dass der auf seine frühere Art überall auftaucht, glaubt auch manchmal seine Anwesenheit zu spüren. Seine äußere Reise führt ihn immer mehr auf die Reise zu sich selbst…
Die Zerrissenheit des Malers, seine Suche nach Wahrheit, die ihn immer wieder an seine Grenzen führt und der Blick auf das Meer und die gewaltige Natur Grönlands lassen beim Lesen einen tiefen Eindruck zurück.

Jensen, Carsten:
Rasmussens letzte Reise : Roman
München : Knaus, 2010
ISBN 978-3-8135-03331-9

Wochentipp von Brigitte Weber

Autorenlesung: “Totgeliebt” mit Andreas Kläne am 7.9.2010

totgeliebt.jpg

Die im März wegen Krankheit des Autors ausgefallene Lesung wird jetzt am 7.9.2010 stattfinden:

“Totgeliebt” ist als Tatsachenroman ein Beitrag zur Psychologie des Verbrechens und basiert auf einem wahren Fall der deutschen Justiz. Der Roman von Andreas Kläne berührt durch die eindringliche Schilderung von Beziehungsalltäglichkeiten und einer Katastrophe, die sich allmählich ihren Weg durch die Fassade einer fast perfekten Ehe sucht.

Andreas Kläne schafft es wie kein anderer Journalist, Zugang zu der Frau zu bekommen, die das Verbrechen begangen hat.

Eine Veranstaltung der VHS Soest, der Gleichstellungsstelle der Stadt Soest, der Stadtbücherei Soest, der Ritterschen Buchhandlung und der Bücherstube Ellinghaus.

Dienstag, 7.9.2010, 20 Uhr
Eintritt 4,00 €

Deutscher Buchpreis 2010: Longlist veröffentlicht

Heute wurde die diesjährige Longlist zum Deutschen Buchpreis bekanntgegeben: 20 Titel wurden von 148 Büchern, die von Oktober 2009 bis September 2010 erschienen sind, ausgewählt. Am 8. September wird die 6 Titel umfassende Shortlist bekanntgegeben, die Preisverleihung findet zu Beginn der Frankfurter Buchmesse am 4. Oktober statt.

Zur Jury gehören Jobst-Ulrich Brand (Focus), Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Ulrich Greiner (Die ZEIT), Burkhard Müller (Süddeutsche Zeitung), Ulrike Sander (Osiandersche Buchhandlung, Tübingen) und Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk).

Eona – Drachentochter von Alison Goodman

eona

Eona, das Mädchen aus den Salzminen, hat eine seltene Gabe, die Drachen in ihrer wahren Gestalt zu sehen und träumt davon, eines der mächtigen Drachenaugen zu werden, die neben dem Kaiser über das Reich zu herrschen. Dabei ist es Mädchen bei Todesstrafe verboten, Magie zu wirken. Eona wagt das Unglaubliche – und schmuggelt sich als „Eon“ in die Auswahzeremonie…

„Ein spannungsgeladenes Abenteuer, in dem der Sieg nur durch Selbsterkenntnis möglich ist. Dieser Roman ist ein Hauptgewinn!“ (Kirkus Reviews)

„Diese intelligente, farbenprächtige Geschichte nimmt einen von der ersten Seite an gefangen.“ (London Times)

Alison Goodmann „Eona – Drachentochter“

gelesen von Anuk Ens

ein Hörbuch mit 6 Cd`s, gekürzte Lesung ca. 420 Minuten, ab 13 Jahren, cbj-audio, ein Label von Random House Audio

Tipp von Mücke

Eona ist ein mutiges, tapferes Mädchen und ihre Geschichte ist fesselnd und sie geht bestimmt weiter. HOFFFENTLICH!!!!