Archiv für den Monat Juni 2009

Wochen-Tipp: Duden – von HDL bis DUBIDODO

Duden - von HDL bis DUBIDODO

hdgdlusnm  oder wamadudeheu? Können Sie mit diesen Buchstabenkombinationen etwas anfangen? – Nein?Dann nehmen Sie doch dieses nette Buch und schauen, was SMS-Kürzel bedeuten, denn das  Handy als Kommunikationsmittel und SMS (Short Message Service) als neue Kommunikationsform sind nicht mehr wegzudenken. Besonders Jugendliche nutzen diesen Dienst der Netzbetreiber und es hat sich eine Art „Geheimschrift“ entwickelt.In diesem Buch wird aber nicht nur erklärt, was SMS-Kürzel in den verschiedenen Sprachen bedeuten. Zusätzlich informiert es über Interessantes rund um die SMS, wie z.B. in arabischen Ländern die Scheidung per SMS funktioniert.Mir hat dieses Büchlein sehr gefallen. Durch die poppige Gestaltung lädt es auch einfach nur mal zum Blättern ein.

Vv  Viel Vergnügen

Duden – von HDL bis DUBIDODO : (K)ein Wörterbuch zur SMS
Von Peter Schlobinski
Mannheim : Dudenverl., 2009
ISBN 978-3-411-73581-5
Tipp von Petra Karst-Köster

10-jähriges Bestehen des Freundeskreises Stadtbücherei Soest e.V.

Der Vorsitzende des Freundeskreises Stadtbücherei Soest e.V. lädt ein:

Der Verein Freundeskreis Stadtbücherei Soest e.V. besteht seit nunmehr über 10 Jahren. Aus diesem Anlass und um eine neue Tradition zu begründen, laden wir alle Freunde und Förderer der Soester Stadtbücherei und all diejenigen, die es werden wollen, herzlich ein, mit uns im Garten und Lesesaal der Stadtbücherei bei etwas Musik ein Glas Wein zu trinken.

Wir erwarten unsere Gäste am kommenden Donnerstag, 25.6.2009, ab 19.30 Uhr in der Soester Stadtbücherei an der Severinstraße.

Freundeskreis Stadtbücherei Soest e.V.

Volker Esch-Alsen
(Vorsitzender)

Wochen-Tipp: Zeitschrift „fotoforum“

fotoforum

Seit Anfang des Jahres haben wir mit „fotoforum“ eine neue Zeitschrift im Angebot.

Fotografie ist heute für viele Menschen das Medium zur Kommunikation und zur kreativen Freizeitgestaltung.

Sechsmal pro Jahr vermitteln Praktiker dem Leser kompetente, sachliche  und verständliche Information.

Fotoforum gibt Tipps zur Aufnahmepraxis und Gestaltung in der Fotografie sowie zur Bildpräsentation.

Viele der Artikel behandeln fotografisches Grundlagenwissen, das über die jeweilige Aktualität hinaus seine Gültigkeit behält. Hobbyfotografen/innen werden sich sehr angesprochen fühlen.

fotoforum : Fotografie und Präsentation
Münster: fotoforum-Verlag
erscheint sechsmal pro Jahr

Tipp von : Gerda Exner

Wochen-Tipp: „Neuerscheinung“ von Michael Gantenberg

 

“Neuerscheinung” von Michael Gantenberg

 

Der Soester Autor Michael Gantenberg, der bisher unter anderem für Fernsehserien wie „Ritas Welt“ oder „Der große Deutschlandtest“ geschrieben hat, veröffentlichte nun mit „Neuerscheinung“ seinen ersten Roman.

Dieser handelt von dem Lokalredakteur Paul Elmar Litten, der in Muenden, einer Kreisstadt in Ostwestfalen lebt. Da er aber weder mit seiner Arbeit, noch mit seiner Ehe oder seinem Leben an sich besonders zufrieden ist, beschließt er, unter dem Pseudonym Bella Gabor einen Fortsetzungsroman in seiner Zeitung zu veröffentlichen, um endlich einmal allen zu zeigen, dass er mehr kann als nur über die Sitzungen des örtlichen Bauausschusses zu berichten.

In diesem Roman dreht es sich um niemand geringeren als Hannah,  die unsterbliche Schwester von Jesus. Die Messias, wie Litten sie nennt, bereist seit über 2000 Jahren alle Winkel der Erde, bekommt von ihrem Vater alles, was sie zum Leben braucht und hat dazu noch eine manchmal etwas lästige Fähigkeit: Sie erkennt, ob Menschen die Wahrheit sagen oder lügen.

Doch trotz allem sucht sie immer noch und bisher vergeblich die große Liebe, den Mann fürs Leben und das Ende ihrer langen Reise. Bis dahin sind allerdings noch einige Hindernisse in Form von Internet-Dating, Blind Dates und der „Aktionsgruppe Hannah“ zu überwinden.

 

Parallel zu den Ereignissen rund um die Messias geschehen auch in Paul Littens Leben einige unvorhergesehene Dinge. Der Fortsetzungsroman bewegt die Gemüter in Muenden und Umgebung, teils positiv, teils negativ. Und bis auch für den Erfinder von Hannah am Ende alle Fäden zusammen laufen, vergeht noch eine kleine Weile.

 

Ich selbst fand die Geschichte sehr lustig und unterhaltsam und habe sie in kürzester Zeit ausgelesen.

Nicht nur die etwas unkonventionelle Auseinandersetzung mit der Religion, auch die täglichen Sorgen und Probleme, die sowohl Hannah als auch Paul Litten bewegen, kennt man selbst und hat sie schon einmal durchlebt.

Für die nahe Urlaubszeit kann ich das Buch nur empfehlen, und vielleicht werden dem ein oder anderen  einige vage bekannte Orte und Personen begegnen.

 

Michael Gantenberg: Neuerscheinung

Frankfurt : Scherz, 2009

 

 

Tipp von: Alexandra Eckel

Wochen-Tipp: „Rita das Raubschaf“ von Martin Klein

Rita das Raubschaf

Mein Lieblingsbuch für diese Woche heißt „Rita das Raubschaf“. Geschrieben wurde dieses lustige Kinderbuch von Martin Klein und die witzigen Zeichnungen stammen aus der Feder von Ute Krause.

Jedes Jahr gehen viele hundert Kinder- und Jugendbücher durch meine Hände. Ich bin unter anderem für die Bestellung, Katalogisierung und Verschlagwortung dieser Bücher zuständig. Bei der Vielzahl an Büchern gibt es immer wieder solche, die einem besonders ins Auge stechen. Bei „Rita das Raubschaf“ hat mich sofort der ungewöhnliche Titel und das Cover angesprochen. Seitdem ich „Shaun das Schaf“ kenne, weiß ich, Schafe können ganz schön (unternehmungs)lustig sein. Also habe ich mir das Buch nach der Einarbeitung ausgeliehen und mich abends auf meinen Balkon gesetzt und mich von Ritas Abenteuern mitreißen lassen.

Das kleine Schaf Rita ist anderes wie die Schafe auf dem Deich, denn sie schaut über den Tellerrand (sprich Deichkrone) hinaus und will der eintönigen Welt auf dem Deich entfliehen, um ein Piraten- bzw. Raubschaf zu werden. Die Schafeltern Kurt-Georg und Beate haben ihre liebe Not mit der widerspenstigen Tochter, die viel lieber von Piratenabenteuern auf hoher See träumt als ein ganz normales Wollschaf zu sein. Eines Tages trifft Rita auf Ruth, ein kleines Rosettenmeerschweinchen. Ruth ist ausgerissen, weil sie es leid war, immer nur daheim im Käfig zu sitzen und für niedlich und süß befunden zu werden. Gemeinsam räumen sie das ein oder andere Hindernis auf dem Weg zur großen, filmreifen Piraten-Karriere beiseite, um am Ende trotz Berühmtheit wieder an den ruhigen, heimatlichen Strand zurück zu kehren.

Ein wunderbar humorvolles Vorlesebuch, welches ermutigt, bekannte Bahnen zu verlassen, eigene Stärken zu erkennen und Neues zu wagen. Wobei die Illustrationen von Ute Krause den Text aufs Liebenswürdigste ergänzen. Nicht nur für Kinder ist diese ungewöhnliche Schaf-Geschichte eine Bereicherung, denn so dumm wie vermutet sind Schafe nun wohl doch nicht!

Ich wünsche diesem Buch viele, viele große und kleine Leser.

Ungewöhnliche bis abenteuerlustige Schafe in Büchern und anderen Medien haben Konjunktur. Hier eine kleine Auswahl aus unserem Büchereiangebot:

Ein Schaf fürs Leben / Maritgen Matter ; Bilder von Anke Faust
Josef Schaf will auch einen Menschen / Kirsten Boie ; Philip Waechter
Das 99. Schaf oder Schäfchen zählen macht müde / erzählt von Isabel Abedi ; Mit Bildern von Dagmar Henze
Das 99. Schaf reist um die ganze Welt / erzählt von Isabel Abedi ; Mit Bildern von Dagmar Henze
Das 99. Schaf und der kleine Wolf / erzählt von Isabel Abedi ; Mit Bildern von Dagmar Henze
Glennkill : ein Schafskrimi / Leoni Swann
Shaun, das Schaf – Abspecken mit Shaun / 1 DVD (56 Min.) farb.

Martin Klein: Rita das Raubschaf
Berlin: Tulipan-Verl., 2009
Tipp von: Barbara Beine

Wochen-Tipp: „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher

Tote Mädchen lügen nicht - Quelle: Amazon

„Hallo zusammen. Hier spricht Hannah Baker. Live und in Stereo. Ich kann es nicht glauben. Keine Wiederkehr. Keine Zugabe. Und diesmal auch absolut keine Forderungen. Nein, ich kann es nicht glauben. Hannah Baker hat sich das Leben genommen.“

„Tote Mädchen lügen nicht“ handelt von Clay, ein amerikanischer Durchschnittsjunge, der ein anonymes Päckchen mit 7 Kassetten zugeschickt bekommt. So weit ist das nichts Aufregendes. Als Clay jedoch die erste Kassette einlegt und eine Stimme hört, die ihm nur zu gut bekannt ist, ist er mehr als überrascht. Die Stimme gehört nämlich zu Hannah, einer Mitschülerin von Clay, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Auf der einen Seite geschockt, auf der anderen Seite neugierig, hört Clay sich alle 7 Kassetten an. Erst jetzt ergibt auch der Stadtplan Sinn, den er schon vor längerer Zeit zugeschickt bekommen hat. Auf ihm sind mit roten Sternen Plätze vermerkt, an denen die einschneidenden Erlebnisse in Hannahs Leben statt gefunden haben. Mit ihrer Stimme im Ohr und dem Plan in der Hand wandert Clay durch die nächtliche Stadt und beginnt zu begreifen, was in Hannah vorgegangen ist. Sie kündigt schon zu Beginn an, dass 13 Personen an ihrem Selbstmord Schuld haben. Clay muss sich jedoch erst jede Menge dunkle Geheimnisse seiner Mitschüler anhören, bevor Hannah zu seiner Rolle in der Geschichte kommt. Und die fällt anders aus als erwartet. 

„Tote Mädchen lügen nicht“ ist ein besonderer Jugendroman. Wer das Buch angefangen hat, kann es nicht mehr so schnell aus der Hand legen. Wenn Hannah ihre Erlebnisse erzählt, ist man erstaunt wie reflektiert sie dies tut und mit einer Reife, die man nicht von einem Mädchen in ihrem Alter erwartet – geschweige denn von einem Mädchen, dessen Plan es ist, sich nach dem Aufnehmen ihrer Geschichte umzubringen. Es schockt durch seine Nüchternheit und dadurch, dass es sich eigentlich gar nicht um Hannahs Selbstmord dreht, sondern mehr um ihre Erlebnisse mit ihren Mitschülern. Man kann Clays Trauer und Entsetzen richtig gehend fühlen, dass er den Selbstmord nicht verhindern konnte, obwohl die Anzeichen im Nachhinein so offensichtlich waren. Das Ende des Buches hinterlässt aber ein gutes Gefühl im Leser, da es nicht vorhersehbar ist und zeigt, dass Hannahs Geschichte etwas bewirkt hat. 

Ein sehr lesenwertes Buch für ein langes Wochenende oder auch für zwischendurch!

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

München: cbt, 2009 

Tipp von: Susanne Atorf