Archiv für den Monat Juli 2008

Mein Praktikum in der Stadtbücherei

Hallo,

ich heiße Anna-Lena, bin 19 Jahre alt und habe vor gut einer Woche mein dreiwöchiges Praktikum in der Stadtbücherei Soest begonnen. Eigentlich mache ich seit August 2007 eine FaMI-Ausbildung (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) im Bundesministerium für Umwelt-, Naturschutz- und Reaktorsicherheit in Bonn. Da dies jedoch eine wissenschaftliche Fachbibliothek ist und meine zuständigen Ausbilderinnen meinten, dass ein Praktikum in einer öffentlichen Bibliothek hilfreich wäre, um zu schauen, wie dort der Ablauf ist, bin ich nun hier.

Da ich eigentlich aus einem Dorf am Möhnesee komme und nur für meine Ausbildung nach Bonn umzog, bin ich für diese drei Wochen wieder bei meinen Eltern eingezogen.

In dieser kurzen Zeit, die ich jetzt hier bin, sind mir schon einige Dinge aufgefallen, die anders sind als in Bonn.

Der größte Unterschied ist natürlich der große Publikumsverkehr. Hier hat man ständig mit Menschen zutun, denen man durch das neue System bei der Verbuchung oder Ausleihe helfen kann. Es ist immer etwas los, weil jeder in die Bücherei kommen kann, um sich sein spezielles „Wunschbuch“ auszusuchen.

In Bonn sind wir in erster Linie für die Ministeriumsangehörigen da. Natürlch gibt es auch Benutzer, die von außerhalb kommen, aber die können sich nichts ausleihen, sondern sich höchstens etwas kopieren und mit nach Hause nehmen. Im Ministerium läuft relativ viel über Telefon und E-Mail, sodass man nicht soviel Benutzerkontakt hat. Die Bibliothek in Bonn ist größer als die in Berlin, obwohl dort mittlerweile der Hauptsitz des Hauses ist. Keine Benutzerkontakt zu haben, erscheint hier in Soest unmöglich.

Für mich ist das deswegen alles ziemlich neu und aufregend, weil ich es so nicht kenne. Anfangs war es für mich eine große Überwindung, auf eine Benutzer zuzugehen und zu fragen, ob ich helfen kann. Doch nach ein paar Tagen fand ich das alles schon nicht mehr so schlimm, weil es eben dazugehört.

Den ganzen Tag über ist in der Stadtbücherei reger Betrieb. Damit will ich nicht sagen, dass dies in Bonn nicht der Fall ist, aber dort verteilt ich das Ganze eben anders. Wie im Ministerium auch stehen hier in Soest die Benutzer an erster Stelle und man versucht für sie alles so angenehm wie möglich zu gestalten.

In Bonn ist es so, dass es in der Bibliothek verschiedene Bereiche gibt, in denen die Azubis für jeweils zwei Monate eingeteilt werden und dann den Bereich wechseln. Soetwas ist in Soest überhaupt nicht möglich. Dafür ist das alles zu vielschichtig. Natürlich hat jeder sein Aufgabengebiet, aber man muss extrem flexibel sein, vieles mit Unterbrechungen erledigen und eigentlich auf jede Benutzerfrage eine Antwort wissen. Im Ministerium ist es ähnlich, jedoch wird man dort nicht von der Sirene der Sicherungsanlage abgelenkt oder von einem schreiendem Baby, welches sich nicht mehr beruhigen möchte. In der Stadtbücherei fällt jeden Tag etwas Neues an, auf das man sich oft nicht unbdingt vorbereiten kann. Mal muss man einen Sicherungsfehler aufheben, dort klingelt das Telefon, da steht eine Menschenschlange an der Information und möchte bedient werden.

Als Praktikantin habe ich da schon andere Aufgaben. Zum Einen ist da das Bücher einstellen . Da in Bonn mit einer anderen Aufstellungsart gearbeitet wird, musste man mir diese Aufstellung erst einmal erklären. Nach ein paar Übungen konnte ich es dann aber auch schon allein, ohne das jemand noch einmal nachgeschaut hat, ob alles an der richtigen Stelle steht. Das Büchereinstellen soll also gelernt sein :-). Vielen der Mitarbeiterinnen konnte ich hier schon über die Schulter sehen, was sehr interessant ist, da wir es teilweise anders machen.  Schon allein die Tatsache, dass es hier Benutzerausweise und Mahngebühren gibt. In Bonn haben wir weder das Eine, noch das Andere. Natürlich verschicken wir Mahnungen, wenn etwas nicht fristgerecht abegegeben wurde, aber dafür verlangen wir eben keine Gebühren nach Rückgabe des Mediums. Es ist klar, das eine öffentliche Bibliothek beides benötigt, um weiterhin existieren zu können. Im Vergleich zur öffentlichen Bibliothek haben wir im Ministerium nur eine kleine Auswahl an Medien. Das liegt mit daran, dass der Bestand größtenteils auf die Belange des Ministeriums angepasst ist, das heißt auf Kernenergie, Umwelt und Natur(schutz). Auf diesen Gebieten haben wir eine große Auswahl, weil die Ministeriumsangehörigen damit arbeiten. Wir haben in dem Sinn keine bzw. sehr wenig „Schöne Literatur“, wie Romane oder Thriller.

Wie Sie sehen, gibt es doch so einige Unterschiede zwischen Soest und Bonn. Ich bin gespannt, was hier noch so alles auf einen zukommt.

Praktikum

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Neue Gebührenordnung ab 1.8.2008

Der Rat der Stadt Soest hat am 30.4.2008 die Änderung der Benutzungsordnung der Stadtbücherei Soest beschlossen, die neue Gebührenordnung tritt am 1.8.2008 in Kraft.
Die wichtigsten Änderungen:

• Höhere Jahresgebühren
• Höhere Gebühr für die Erstellung eines Ersatzausweises – Tipp: Heben Sie Ihren Bibliotheksausweis sorgfältig auf!
• Höhere Mahngebühren – Tipp: Verlängern Sie die Leihfristen rechtzeitig (auch telefonisch oder online) – achten Sie insbesondere auf die Leihfristen von DVDs!
• Höhere Gebühren für Leihverkehrsbestellungen – Tipp: Bestellung auch online möglich – beachten Sie bitte die Leihverkehrsordnung!
• Gebühren für die Ermittlung einer geänderten Adresse – Tipp: Teilen Sie uns Ihre geänderte Adresse rechtzeitig mit!
• Höhere Gebühren für Medienersatz – Tipp: Gehen Sie pfleglich mit den Medien um!
• Niedrigere Gebühren für die Internetnutzung – Tipp: Nutzen Sie das Internet in der Stadtbücherei!

Gebühren

BIX: Stadtbücherei Soest im bundesweiten Bibliotheksranking

Schon seit dem Jahr 2000 nimmt die Stadtbücherei Soest am bundesweiten Ranking des Deutschen Bibliotheksverbands teil. Insgesamt messen sich in diesem Jahr mehr als 250 Hochschul- und Stadtbibliotheken in acht Größen- oder Fachklassen als Informationsvermittler, Bildungspartner und Orte des gesellschaftlichen Lebens. Das BIX-Ranking enthält 17 Kennzahlen zum Dienstleistungsangebot der Bibliothek und ihrer Ausstattung durch den Träger, zum Erfolg bei ihren Kundinnen und Kunden sowie zum optimalen Einsatz der Ressourcen. Der Bereich „Entwicklung“ zeigt, in welchem Umfang eine Bibliothek fit für die Zukunft ist. Mit Hilfe des Leistungsvergleichs entsteht ein transparentes Bild von der Leistung der Bibliothek. Gleichzeitig zeigt sich, wo noch Qualitätssteigerungen möglich sind.
Im Land Nordrhein-Westfalen lag in der Größenklasse 3 (30.000-50.000 Einwohner) die Stadtbibliothek Greven an der Spitze, Soest erreichte in dieser Größenklasse den Rang 35 von 41.
Alle Teilnehmer und Ergebnisse des BIX 2008 finden Sie unter www.bix-bibliotheksindex.de

BIX